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Aion V – Laden in 8 Minuten

Der chinesische – hierzulande noch recht unbekannte – Automobilhersteller GAC Group zieht mit großen Plänen einer neuen Super-Batterie alle Aufmerksamkeit auf sich: Ab September soll es mit dem neuen Modell Aion V möglich sein, in nur acht Minuten das Elektroauto fast vollzuladen. Das könnte der Dauer des Tankens von Verbrennern an der herkömmlichen Zapfsäule ganz schön Konkurrenz machen.

Möglich wird dieses Vorhaben durch die Graphen-Technik der Batterie. Bislang wird diese Technologie im Elektroautomobil-Segment noch nicht genutzt. Aion ist die erste Elektroauto-Marke der GAC Group, welche sich diesem Gebiet annehmen will und im Crossover-SUV Aion V umsetzen möchte. Schon seit 2014 forscht die GAC Group an der Herstellung von Graphen und kündigte letztes Jahr den großen Durchbruch diesbezüglich an, welcher nun Realität werden könnte. Beim Super-Akku wird Graphen vermutlich direkt auf der Anode angebracht. Graphen ist – anders als Graphit in üblichen Lithium-Ionen-Batterien – ein nur aus einer Atomschicht bestehender Kohlenstoff, dadurch leichter und weniger voluminös und besonders leitfähig. Nach Angaben des Herstellers ist dadurch eine Ladung mit 3C oder 6C möglich. Konkret bedeutet das, dass die Batterie mit dem Drei- oder Sechsfachen ihrer Kilowattstunden-Kapazität in Kilowatt geladen werden kann. Bei einer Akkukapazität von beispielsweise 80 kWh also, könnte das Fahrzeug mit einer maximalen Ladeleistung von 480 kW geladen werden. Zum Vergleich: Teslas höchstmögliche Ladeleistung liegt bei etwa 250 kW. Auch andere Akkus seien in der Lage mit 6C zu laden, könnten dadurch aber erheblich ihre Langlebigkeit auf’s Spiel setzen. Die Graphen-Methode hingegen soll eher für eine verlängerte Haltbarkeit sorgen.

Neues Elektroauto des chinesischen Herstellers GAC Group Aion V vor modernem Gebäude
Fotos: GAC (2)

Mit dieser Technologie und in Kombination mit einem 600 Ampere-Hochleistungsladegerät verspricht der 4,60 Meter lange Aion V Herstellerangaben zufolge eine Ladung von 0 auf 80 Prozent innerhalb von acht Minuten. Das Fahrzeug befinde sich mit aktueller Batterie-Technik bereits in der Test-Phase, welche die Ladegeschwindigkeit bestätigen soll. Auch den „Battery Shooting Test“, bei dem die Batterie mechanisch penetriert wird, hat der Akku bereits bestanden. Auch die finanzielle Hürde scheint GAC gemeistert zu haben: Graphen ist nämlich vergleichsweise teuer, wurde vom Hersteller unter anderem „das schwarze Gold“ genannt. Mit einem neu entwickelten, einfacheren und effizienteren Produktionsverfahren 3DG allerdings konnte der Hersteller die Kosten auf ein Zehntel senken und somit eine bezahlbare Serienproduktion planen.

Im September 2021 soll es für den Aion V in die Produktionsphase gehen. Bisher hat die GAC-Tochter noch zwei weitere rein elektrische Modelle im Portfolio: Der Aion S als Elektro-Limousine und der Aion LX als Elektro-SUV. Von diesen dreien wird der Aion V als erstes Modell mit der neuen Graphen-Batterie ausgestattet. Weitere technische Angaben, wie genaue Batteriekapazität, Motorleistung oder Reichweite sind bislang geheim.

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