Codename Landjet: Entwickelt Audi einen vollelektrischen A9?

Codename Landjet: Entwickelt Audi einen vollelektrischen A9?

Freitag, 28. August 2020

Ende Mai dieses Jahres stellte Audi sein Projekt Artemis vor. Unter dieser Taskforce arbeiten die Ingolstädter an vollelektrischen, hochautomatisierten Fahrzeugen. Für Markus Duesmann, den neuen Chef des Autobauers, gehört dieses Vorhaben zu den wichtigsten, um die Marke wieder ganz vorn als innovativen Wettbewerber zu etablieren. Das „Handelsblatt“ will jetzt konkretere Informationen zum ersten Stromer in Erfahrung gebracht haben. Mit dem Arbeitstitel „Landjet“ entwickelt das Unternehmen offenbar ein Flaggschiff, bei dem es sich um einen rein elektrischen A9 handeln könnte.

Nach Erkenntnissen der Tageszeitung soll der Audi Landjet zum künftigen Konkurrent der kommenden Generation des Tesla Model S avancieren. Geplant ist also eine Limousine. Sie wird sich oberhalb des bisherigen Topmodells und damit des A8 einsortieren. Das „Handelsblatt“ beruft sich bei diesen Informationen auf Insider-Kreise. Vorgesehen ist, dass sich der vermeintliche Audi A9 durch eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern auszeichnet und eine neue Software-Plattform erhält.

Doch nicht nur das: Der Landjet wird die Basis für weitere rein elektrische Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern bilden. Anschließend soll Porsche ein ähnliches Modell ins Rennen schicken und auch für Bentley ist ein Edel-Stromer auf Grundlage des A9 vorgesehen. Bis dahin vergeht allerdings noch etwas Zeit: Die Produktion sowie den Marktstart peilt Audi für das Jahr 2024 an. Zudem sind nicht unerhebliche Investitionen für das Projekt erforderlich. Laut dem Bericht kostet die Entwicklung des Oberklasse-Elektroautos „einige Milliarden Euro“.    

Konzeptfahrzeug Audi Aicon Ansicht von hinten
Fotos: Symbolbilder Aicon, Audi (2)

Verluste gibt es aber nach den Vorstellungen der Initiatoren keine. Sie visieren einen jährlichen Absatz von 15.000 bis 20.000 Exemplaren des Landjet an. Einen ersten Ausblick auf den potenziellen A9 gibt es wohl schon im kommenden Jahr. Insgesamt sind 250 Mitarbeiter in die Entwicklung involviert. Auf ihr Zutun hin soll es Audi gelingen, den technischen Vorsprung von Branchenprimus Tesla hinsichtlich der Akku-Technologie, Digitalisierung sowie Software-Architektur schnellstmöglich aufzuholen.

Denkbar ist, dass der Audi Landjet von der Studie Aicon inspiriert wird. Im September 2017 zeigten die Ingolstädter eine E-Limousine, die ohne Lenkrad und Pedale auskommt, da sie völlig autonom unterwegs ist. Aktuell bleibt das aber eine Vermutung, da es keine Bestätigung oder Anhaltspunkte dafür gibt. Neben der Arbeit an derart innovativen Elektroautos bestehen offenbar auch Pläne für ein europaweites Schnelllade-Netz, welches zunächst für Audi-, später auch für Porsche-Fahrer vorgesehen ist.