Förderungen von Elektroautos für Unternehmen

*UPDATE 12.06.2020* 

Bedingt durch die COVID-19 Pandemie, hat die deutsche Regierung ein Konjunkturpaket zu Revitalisierung der Wirtschaft verabschiedet. Inbegriffen sind verschiedene finanzielle Anreize zur Anschaffung eines Elektroautos. Erfahrt hier, welche zusätzlichen Zuschüsse und Förderungen es nun für Elektroautos gibt.

Elektromobilität ist für die Bundesregierung ein wichtiger Bereich, den sie mit verschiedenen Förderprogrammen voranbringen möchte. Das Ziel ist, die Schadstoffbelastung in der Luft vor allem in Städten zu reduzieren. Zudem sollen die Bürger einen Anreiz zum Umstieg auf ein Elektroauto erhalten.

Unter den Förderprogrammen unterscheidet man erstens nach der Zielgruppe. Im Wesentlichen gibt es Fördermittel für Privatpersonen und Unternehmen, beziehungsweise Gewerbetreibende. Förderungen werden nicht nur auf Bundesebene vergeben, sondern auch auf Landesebene, teilweise sogar von Kommunen. Einen stets aktuellen Überblick über alle Subventionen zu wahren, ist schwer. Da es immer wieder Initiativen auf verschiedenen Lokalebenen gibt, die oft nur einen kurzen Zeitraum Gültigkeit haben, versuchen wir dir hier einen komprimierten Überblick zur Verfügung zu stellen, ohne eine finale Garantie auf Vollständigkeit.

1.  Steuerliche Förderung

Bereits komplexer als im Privatbereich ist die steuerliche Förderung für Unternehmen, wenn du deine Flotte mit E-Autos ausstattest. Die Regelungen führen daher nicht allein zu einem vorübergehenden Erlass der Kfz-Steuer, sondern berühren auch den Nachteilsausgleich der Dienstwagenbesteuerung sowie die Lohnsteuer und ein Sonderabschreibungsrecht.

1.1 Vorübergehende Befreiung von der Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer entfällt bei einem E-Auto noch bis zum 31. Dezember 2030 gemäß dem neu erlassenem Konjunkturpaket vom 12 Juni 2020. Anschließend, so sieht es der Paragraph 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) vor, gilt aktuell für die Fahrzeuge eine Ermäßigung. Sie liegt bei 50 Prozent gegenüber des für Verbrennungsfahrzeuge üblichen Steuersatzes. Grundsätzlich hat diese Steuerbefreiung ausschließlich für reine E-Autos Bestand, nicht aber für Hybride, bei denen noch ein Verbrennungsmotor für die Reichweitenverlängerung eingebaut ist. Berechnet wird die zu zahlende Summe auf der Grundlage des zulässigen Gesamtgewichts (zGG).

Rechenbeispiel
Zulässiges Gesamtgewicht des FahrzeugsBerechnungsgrundlage pro angefangener 200 kg
bis maximal 2.000 kg5,625 Euro
von 2.001 bis 3.000 kg6,01 Euro
von 3.001 bis 3.500 kg6,39 Euro

Um die Höhe der anfallenden Kfz-Steuer nach dem Zeitraum der Befreiung zu berechnen, lässt sich in den folgenden Schritten vorgehen:

  1. Das zulässige Gesamtgewicht des Dienstfahrzeugs ist zunächst ihrer entsprechenden Kategorie mit der dazugehörigen Berechnungsgrundlage zuzuweisen.
  2. Der konkrete Wert in Kilogramm wird durch den Wert 200 dividiert.
  3. Daraus ergibt sich ein Faktor, der in den meisten Fällen einen Kommastand aufweist. Das Berechnungsprinzip sieht der Einfachheit halber vor, diesen auf- bzw. abzurunden. Anschließend wird dieser mit der Berechnungsgrundlage der zugehörigen Kategorie multipliziert.
  4. Das daraus resultierende Ergebnis ist die anfallende Kfz-Steuer. Auch hier gilt: Gibt es einen Kommastand, so wird dieser abermals auf- bzw. abgerundet. Daraus geht letztlich ein Wert hervor, der keine Centbeträge aufweist.

Noch greifbarer wird das Ermitteln der Kfz-Steuer mit einem plakativen Rechenbeispiel. Aus diesem Grund findest du hier eine Variante, die für einen Dienstwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.200 Kilogramm gilt.

Beispiel: E-Auto als Firmenwagen mit zGG von 3.200 Kilogramm.

  1. Durch das Gewicht von 3.200 kg fällt das Fahrzeug in Kategorie 3, welcher alle Modelle von 3.001 bis 3.500 kg zuzuordnen sind. Somit wird die Berechnungsgrundlage von 6,93 Euro pro angefangene 200 Kilogramm auf den Plan gerufen.
  2. 3.200 kg / 200 kg = 16 (kein Auf-/Abrunden nötig)
  3. 16 x 6,39 Euro Berechnungsgrundlage = 102,24 -> abgerundet auf 102 Euro.

Für das Rechenbeispiel würden für einen Dienstwagen mit einem Gesamtgewicht von 3.200 Kilogramm 102 Euro an Kfz-Steuer anfallen.

2.2 Nachteilsausgleich Dienstwagenbesteuerung

E-Autos haben im Vergleich zu konventionellen Autos in der Regel einen höheren Anschaffungspreis. Ein E-Auto lohnt sich wirtschaftlich erst bei einer relevanten Laufleistung und durch die wesentlich günstigeren Betriebskosten (Verbrauch, weniger Wartungskosten, keine KfZ-Steuer). Um die Barriere des höheren Preises zu mildern, hat die Bundesregierung einen Anreiz geschaffen, der bereits seit 2013 Gültigkeit besitzt.

Der höhere Bruttolistenpreis der Elektroautos hätte im Umkehrschluss nachteilige Auswirkungen auf die Dienstwagenbesteuerung. Für privat genutzte Dienstwagen wäre ein Elektroauto unter diesen Umständen demnach signifikant teuer. Grundsätzlich wird diese Privatnutzung monatlich mit einem Prozent des Bruttolistenpreises für das E-Auto angesetzt. Der daraus errechnete Betrag ist durch das Einkommensteuergesetz so geregelt, als würde die entsprechende Summe in Form eines Arbeitslohnes ausgezahlt.

Der Einfachheit halber existiert ein pauschaler Abschlag pro Kilowattstunde der Batterie. Angesetzt wird dieser seit 2013 und reduziert sich dabei in jährlichen Abständen bis 2022 – solange hat diese Regelung Bestand. Gleichzeitig ist eine Obergrenze festgelegt, die den Höchstbetrag für den Abschlag darstellt. Diese verringert sich ebenfalls von Jahr zu Jahr. In der folgenden Tabelle findest du die Kürzungen pro Kilowattstunde sowie den jeweiligen Höchstbetrag schrittweise bis zum Jahr 2022 dargestellt:

Tabelle
Jahr der ErstzulassungKürzung pro KWh (in €)Obergrenze der Kürzung (in €)
2013 und früher50010.000
20144509.500
20154009.000
20163508.500
20173008.000
20182507.500
20192007.000
20201506.500
20211006.000
2022505.500

Um auch diese Regelung greifbarer zu machen, hier ein Beispiel: Wer im Jahr 2018 ein E-Auto als Dienstwagen mit einer Akkukapazität von 24 Kilowattstunden anschafft, geht für die Berechnung wie folgt vor: 24 kWh x 250 Euro = 6.000 Euro

Dementsprechend werden die Kilowattstunden der Batterie mit der dazugehörigen Kürzung multipliziert. Der Arbeitgeber könnte folglich 6.000 Euro vom Bruttolistenpreis für das E-Auto abziehen, jedoch nicht mehr als die vorgegebene Höchstgrenze von 7.500 Euro. Der verminderte Listenpreis behält für die gesamte Zeit seine Gültigkeit.

Keine Anwendung findet der Nachteilsausgleich zur Dienstwagenbesteuerung natürlich dann, wenn der Akku des Fahrzeugs gemietet wird – schließlich ist die Kürzung gerade wegen der höheren Fahrzeugkosten aufgrund der Batterie in Kraft getreten. Ab dem 01.01.2023 verliert die Förderung aller Voraussicht nach ihre Gültigkeit.

2.3 Lohnsteuervorteile

Seit 1. Januar 2017 haben weitere Regelungen Gültigkeit, die das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer berühren. Es geht dabei insbesondere um den Fall, wenn ein privates E-Auto beim Arbeitgeber aufgeladen wird. Bisher handelte es sich ähnlich wie Geschenke, um einen lohnsteuerpflichtiger Sachbezug.

Der Arbeitgeber kann einem Arbeitnehmer außerdem eine Ladesäule oder Wallbox für den privaten Bereich kostenfrei zur Verfügung stellen oder durch einen finanziellen Zuschuss ermöglicht. Auch der darüber geladene Strom in einen elektrischen Dienstwagen ist vom Arbeitgeber subventionierbar. Voraussetzung hierfür ist ein Nachweis (bspw. ein separater, eichrechtskonformer Stromzähler) über die Strommenge in Kilowattstunden, die in das Elektroauto geladen wurden.

3.  Bundesförderung

Neben den steuerlichen Erleichterungen und Vereinfachungen lässt sich bei der Anschaffung von E-Autos im gewerblichen Bereich ebenfalls profitieren. So empfiehlt sich wie für Privatpersonen auch für Unternehmen der Umweltbonus, der eine nicht unwesentliche Vergünstigung beim Kauf bzw. Leasings eines Fahrzeugs mit elektrischem Antrieb vorsieht. Darüber hinaus ergeben sich weitere Förderchancen, die etwa durch das KfW-Umweltprogramm oder das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ermöglicht werden.

3.1 Umweltbonus

Der Umweltbonus meint nichts anderes als den Zuschuss für den Erwerb eines E-Autos, der jedoch auch für Plug-in-Hybride gilt. Wie Privatpersonen können auch Unternehmen davon Gebrauch machen. Vereine, Stiftungen sowie Körperschaften sind ebenfalls eingeschlossen.

Als Umweltbonus wird diese Unterstützung deswegen bezeichnet, da es hier eine Förderung für Fahrzeuge gibt, deren CO2-Ausstoß weniger als 50 Gramm pro gefahrenen Kilometer beträgt. Während die Anschaffung eines Plug-in-Hybrids mit einem Zuschuss von maximal 6.750 Euro bedacht wird, gilt für E-Autos eine Förderung von bis zu 9.000 Euro. Staat und Hersteller beteiligen sich zwei Drittel zu einem Drittel an diesem Programm, welches aller Voraussicht nach spätestens am 31. Dezember 2021 ausläuft. Der so genannte Innovationsbonus vom Sommer 2020 ist eine Folgeentwicklung der COVID-19 Pandemie.

Das Konjunkturprogramm aus dem Sommer 2020 zur Corona-Krise umfasste insgesamt 130 Milliarden Euro wovon 50 Milliarden dezidiert in den Ausbau und die Entwicklung der Elektromobiltitä investiert werden soll.

Die so genannte 1%-Regel bei privat genutzten Dienstwägen wurde für Elektroautos ebenso angepasst. Seit Juni 2020 sind Fahrzeuge bis 60.000 Listenpreis nur mit 0,25 % zu versteuern. Voraussetzung dafür ist:

  • der Netto-Basislistenpreis beträgt nicht mehr als 60.000 Euro (=71.400 Euro brutto)
  • das E-Auto ist auf der Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hinterlegt
  • das E-Auto bleibt für den Zeitraum von mindestens einem halben Jahr zugelassen
  • das E-Auto wird auf einen Antragsteller zugelassen, der innerhalb Deutschlands niedergelassen ist
  1. Antragstellung
    Die Antragstellung beim BAFA gestaltet sich recht unkompliziert und kann über das dafür eingerichtete Online-Portal erfolgen. Dort steht ein Formular bereit, welches es auszufüllen gilt. Gleichzeitig sind Belege einzureichen, die entweder in Gestalt der verbindlichen Bestellung oder des Vertrags für das Leasing bzw. ggf. den Kauf vorhanden sein müssen. Speziell im Falle eines Leasings ist noch eine Kalkulationsrate gefordert.
    Das BAFA prüft den Antrag und erstellt daraufhin einen Zuwendungsbescheid. Spätestens neun Monate später muss es zur Zulassung des E-Autos kommen.
  2. Verwendungsnachweisverfahren
    Im Rahmen des Verwendungsnachweisverfahrens sind weitere Dokumente einzureichen. Beim Kauf des E-Autos ist eine Rechnung erforderlich. Zudem verlangt das BAFA nach der Zulassungsbescheinigung I und II. Die Nachweise dürfen nicht später als zehn Monate nach Eingang des Zuwendungsbescheids vorgelegt werden. Gibt das Bundesamt dem Antrag statt, kommt es zur Auszahlung des staatlichen Anteils.

3.2 KfW-Förderprogramm

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet bereits seit 2014 eine Unterstützung für sogenannte umweltfreundliche Investitionen, worunter auch der Bereich der Elektromobilität fällt. Das KfW-Umweltprogramm – so die offizielle Bezeichnung – existiert für mittlere und große Unternehmen unter der Kennziffer 240 und für kleine Unternehmen unter der Nummer 241. Als kleine Unternehmen (KU) gelten Betriebe, deren Mitarbeiterzahl bei maximal 50 liegt und deren Jahresumsatz bzw. deren Jahresbilanzsumme 10 Millionen Euro nicht überschreitet.

Grundsätzlich fördert die KfW mit diesem Umweltprogramm:

  • Unternehmen im In- und Ausland
  • Freiberufler
  • Unternehmen, die im Auftrag eines Dritten Dienstleistungen erbringen
  • Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen / Joint Ventures mit maßgeblicher deutscher Beteiligung, die im Ausland niedergelassen sind

Keine Berücksichtigung für das KfW-Umweltprogramm finden:

  • Unternehmen mit landwirtschaftlicher Produktion
  • Unternehmen, deren Tätigkeit in der Fischerei liegt

Mit Hilfe des KfW-Förderprogramms besteht die Möglichkeit, Unterstützung für die Anschaffung von E-Autos oder für Ladeinfrastruktur auf dem Unternehmensgelände zu erhalten. Das bedeutet, dass die KfW einen zinsgünstigen Kredit vergibt und bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten übernimmt. Die maximal zu bewilligende Summe pro Projekt liegt bei 10 Millionen Euro. Diese lässt sich entweder in Teilbeträgen oder als Einmalzahlung erhalten. Der effektive Jahreszins des KfW-Umweltprogramms beginnt ab 1,00 %, richtet sich aber ganz konkret nach den wirtschaftlichen Verhältnissen sowie der Qualität der vorhandenen Sicherheiten des Unternehmens.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, dass während der tilgungsfreien Zeit lediglich die Zinsen gezahlt werden müssen. Es besteht auch die Option, den Kredit komplett oder teilweise gegen die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zu tilgen. Hier gehts zum KfW-Umweltprogramm.

4.  Kommunale Förderungen

Es existieren in zahlreichen Kommunen und Städten Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung von E-Autos für Unternehmen. Städte wie beispielsweise München und Regensburg haben eigene Förderprogramme lanciert. Jene unterliegen jedoch meist eigenen Kriterien zur Fördermittelzuwendung, sodass eine Aufzählung hier den Rahmen überschreitet. Es ist demnach general ratsam bei der Stelle für Wirtschaftsförderung, Energie, Mobilität oder Ähnlichem proaktiv nachzufragen, ob es Unterstützungen der Kommune für Einbindung von Elektromobilität gibt.

5. Förderung für KMU und Handwerksunternehmen

Im August 2020 stießen neue Förderungen für Elektro-Nutzfahrzeuge in Handwerksunternehmen, sowie klein- und mittelständigen Unternehmen hinzu. Die dazu wichtigsten Informationen fassen wir kompakt zusammen.

Was wird gefördert?

  • Gefördert werden alle Elektrofahrzeuge der Fahrzeugklassen N1, N2 und N3 – das bedeutet, Transporter bis 3,5 Tonnen, alle sogenannten „7,5-Tonner“ (N2) sowie alle Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 12 Tonnen.
  • Die Ladeinfrastruktur ist im Verhältnis der Anzahl der E-Fahrzeuge zuwendungsfähig.

Wie hoch fällt die Förderung aus?

Es wird der Investitionsmehraufwand für ein E-Nutzfahrzeug gefördert. Das bedeutet, der Antragsteller reicht die Kosten für den Verbrenner im Vergleich zu einem Elektro-Transporter ein. Zwischen 40 und 60 Prozent an Förderung sind möglich.

Wann startet der Aufruf?

Der Aufruf startete am 4. August und behält bis voraussichtlich 14. September 2020 seine Gültigkeit.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Der Fördertopf ist mit einer Summe von 50 Millionen Euro gefüllt und kommt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Anträge und weitere, ausführlichere Informationen gibt es hier.

Für dich wühlen wir uns gern durch den Förderdschungel!

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* Das Angebot gilt ausschließlich für Unternehmen und ist in dem Basispaket und in dem Komplettpaket enthalten. Das Starterpaket ist davon ausgenommen.