Förderungen von Elektroautos für Unternehmen

Elektromobilität ist für die Bundesregierung ein wichtiger Bereich, den sie mit verschiedenen Förderprogrammen voranbringen möchte. Das Ziel ist die Schadstoffbelastung in der Luft vor allem in Städten zu reduzieren. Zudem sollen die Bürger einen Anreiz zum Umstieg auf ein Elektroauto erhalten.

Unter den Förderprogrammen unterscheidet man erstens nach der Zielgruppe. Im Wesentlichen gibt es Fördermittel für Privatpersonen und Unternehmen beziehungsweise Gewerbetreibende. Förderungen werden nicht nur auf Bundesebene vergeben, sondern auch auf Landesebene, teilweise sogar von Kommunen. Einen stets aktuellen Überblick über alle Subventionen zu wahren, ist schwer. Da es immer wieder Initiativen auf verschiedenen Lokalebenen gibt, die oft nur einen kurzen Zeitraum Gültigkeit haben, versuchen wir dir hier einen komprimierten Überblick zur Verfügung zu stellen, ohne eine finale Garantie auf Vollständigkeit.

1.  Aktuelle Förderprogramme für Elektroautos in Unternehmen

deutschlandweite Förderprogramme:

1.1 „Umweltbonus“, auch genannt Kaufprämie für Elektroautos vom Amt für Abfuhr und Wirtschaftskontrolle (BAFA)

WER IST FÖRDERFÄHIG?

  • Unternehmen und Gewerbetreibende
  • gemeinnützige Organisationen
  • Privatpersonen

FÖRDERVORAUSSETZUNGEN?

  • E-Auto muss gelistet sein: hier gehts zur Elektroauto-Liste
  • Antrag darf spätestens bis 9 Monate nach Zulassung gestellt werden
  • E-Auto muss für mindestens 6 Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben

FÖRDERHÖHE?

  • 6.000 EUR für Elektroautos bis 40.000 Netto-Listenpreis
  • 5.000 EUR für Elektroautos bis 65.000 Netto-Listenpreis
  • 5.000 EUR für „junge gebrauchte Elektroautos“ -> dürfen nicht älter als 12 Monate sein und eine Laufleistung unter 15.000 Km haben

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Förderprogramme Elektromobilität Nordrhein-Westfalen

1.2 „progres-Emissionsarme Mobilität“, auch genannt Kaufprämie für Elektroautos vom Amt für Abfuhr und Wirtschaftskontrolle (BAFA)

AKTUELLER STAND?

Das hohe Antragsaufkommen in NRW führt dazu, das auf der Website bereits um Geduld in der Antragsbearbeitung gebeten wird. Zudem wurde der Hinweis publiziert, dass durch die höhere Kaufprämie (Umweltbonus siehe 1.1.), die zu Verfügung stehenden Mittel nicht mehr für batteriebetriebene Fahrzeuge und Elektroautos vergeben werden, sondern bevorzugt in Ladeinfrastruktur-Anträge fließen soll. Zudem ist eine neue Förderrichtlinie in Arbeit und soll im Sommer 2020 veröffentlicht werden.

WER IST FÖRDERFÄHIG?

  • Unternehmen und Gewerbetreibende (insbesondere klein- und mittelständige Unternehmen)
  • gemeinnützige Organisationen
  • Privatpersonen

Mit Sitz in Nordrhein-Westfalen.

FÖRDERVORAUSSETZUNGEN?

  • sowohl private, als auch öffentliche Ladeinfrastruktur
  • Umsetzungsberatungen und -konzepte Elektromobilität  (nur Wohnungseigentümergemeinschaft sowie Eigentümerinnen und Eigentümer von Mietgebäuden mit jeweils mindestens vier Wohneinheiten, Besitzerinnen und Besitzer von mindestens fünf gewerblich genutzten Kraftfahrzeugen, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit mindestens fünf Kraftfahrzeug-Stellplätzen für Beschäftigte)

FÖRDERHÖHE?

für juristische Personen (Unternehmen mit Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, bspw. GmbH, GmbH & Co. KG, AG)

  • 50 % der Kosten bis max. 1.000 EUR pro pro Wallbox zur Eigennutzung pro Ladepunkt
  • 50 % der Kosten bis max. 3.000 EUR pro Ladesäule zur Eigennutzung pro Ladepunkt (Hinweis: Ladesäulen mit 2 Ladepunkten ergeben demnach 6.000 EUR)
  • 50 % der Kosten bis max. 5.000 EUR pro öffentlichem Ladepunkt
  • 50 % der Kosten zur Umsetzung von Beratungskonzepten bis max. 15.0000 EUR

für natürliche Personen (Personengesellschaften, bspw. Einzelunternehmen oder Freiberufler)

  • 50 % der Kosten bis max. 1.000 EUR pro privatem Ladepunkt
  • 50 % der Kosten bis max. 5.000 EUR pro öffentlichem Ladepunkt
  • 50 % der Kosten zur Umsetzung von Beratungskonzepten bis max. 15.0000 EUR

für Kommunen und kommunale Betriebe

  • 80 % der Kosten zur Umsetzung von Beratungskonzepten bis max. 24.0000 EUR
  • 80 % der Kosten bis max. 1.600 EUR pro pro Wallbox zur Eigennutzung pro Ladepunkt
  • 80 % der Kosten bis max. 4.800 EUR pro Ladesäule zur Eigennutzung pro Ladepunkt (Hinweis: Ladesäulen mit 2 Ladepunkten ergeben demnach 6.000 EUR)

Weiterführende Infos sowie die Antragsformulare findest du direkt hier.

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Förderprogramme Elektromobilität München

1.3 „Laden in München“,Förderprogramm vom Freistaat Bayern gültig bis 30.09.2020

AKTUELLER STAND?

Am 01.07.2019 ist das Förderprogramm „Laden in München“ gestartet. Gefördert wird der Aufbau von großvolumiger Ladeinfrastruktur.

WER IST FÖRDERFÄHIG?

  • nur juristische Personen (Unternehmen mit Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, bspw. GmbH, GmbH & Co. KG, AG)

FÖRDERVORAUSSETZUNGEN?

  • Hardware- und Software-Kosten für Ladestationen
  • Externe Planungskosten der Ladeinfrastruktur
  • Vorbereitende technische und bauliche Maßnahmen („Make-ready-Kosten“): Herstellung eines Stromanschlusses in der erforderlichen Leistung, Anbindung der Ladestation an das IT-Backend
  • Installation der Ladeeinrichtung: Ausgaben für Installation und Inbetriebnahme, Ausgaben für Beschilderung und Ausweisung der Ladeplätze

FÖRDERHÖHE?

  • Für Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern oder mindestens 50 Mio. € Jahresumsatz: 40 %.
  • Für Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und weniger als 50 Mio. € Jahresumsatz: 50 %
  • Für Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und weniger als 10 Mio. € Jahresumsatz: 60 %

Weiterführende Infos sowie die Antragsformulare findest du direkt hier.

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Förderprogramme Elektromobilität Hamburg

1.3 Hamburg „Förderprojekt ELBE“ gültig bis 30.09.2020

AKTUELLER STAND?

Im derzeit größten deutschen Modellvorhaben fördert Hamburg mit dem ELBE-Projekt großzügig den Bau und Betrieb von bis zu 7.400 Ladepunkten für Elektroautos an Gebäuden, auf Firmenarealen und in Parkhäusern.

WER IST FÖRDERFÄHIG?

  • Arbeitgeber für Ihre Mitarbeiter
  • Unternehmen mit einer Firmenflotte oder einem Fuhrpark
  • Parkhausbetreiber
  • Bauträger, Wohnungsbaugesellschaften, Projektentwickler auch für die Mieter der Wohn- und Gewerbeobjekte
  • gemeinnützige Organisationen

FÖRDERVORAUSSETZUNGEN?

  • Hardware- und Software-Kosten für Ladestationen sowie Backend-Anschlüsse
  • Vorbereitende technische und bauliche Maßnahmen („Make-ready-Kosten“): Herstellung eines Stromanschlusses in der erforderlichen Leistung, Anbindung der Ladestation an das IT-Backend
  • Installation der Ladeeinrichtung: Ausgaben für Installation und Inbetriebnahme, Ausgaben für Beschilderung und Ausweisung der Ladeplätze

FÖRDERHÖHE?

  • 40% der Gesamtprojektkosten
  • 60% der Gesamtprojektkosten, wenn der Antragsteller ein klein- und mittelständiges Unternehmen (KMU – weniger als 50 Mitarbeiter hat und weniger als 10 Mio € Bilanzsumme) ist.

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2.  Steuerliche Förderung

Bereits komplexer als im Privatbereich ist die steuerliche Förderung für Unternehmen, wenn du deine Flotte mit E-Autos ausstattest. Die Regelungen führen daher nicht allein zu einem vorübergehenden Erlass der Kfz-Steuer, sondern berühren auch den Nachteilsausgleich der Dienstwagenbesteuerung sowie die Lohnsteuer.

2.1 Vorübergehende Befreiung von der Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer wird für den Zeitraum von zehn Jahren ausgesetzt, sofern das E-Auto noch bis zum 31. Dezember 2020 zugelassen wird. Anschließend, so sieht es der Paragraph 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) vor, gilt für die Fahrzeuge eine Ermäßigung. Sie liegt bei 50 Prozent gegenüber des für Verbrennungsfahrzeuge üblichen Steuersatzes. Grundsätzlich hat diese Steuerbefreiung ausschließlich für reine E-Autos Bestand, nicht aber für Hybride, bei denen noch ein Verbrennungsmotor für die Reichweitenverlängerung eingebaut ist. Berechnet wird die zu zahlende Summe auf der Grundlage des zulässigen Gesamtgewichts (zGG).

 

Rechenbeispiel
Zulässiges Gesamtgewicht des FahrzeugsBerechnungsgrundlage pro angefangener 200 kg
bis maximal 2.000 kg5,625 Euro
von 2.001 bis 3.000 kg6,01 Euro
von 3.001 bis 3.500 kg6,39 Euro

 

Um die Höhe der anfallenden Kfz-Steuer nach dem Zeitraum der Befreiung zu berechnen, lässt sich in den folgenden Schritten vorgehen:

  1. Das zulässige Gesamtgewicht des Dienstfahrzeugs ist zunächst ihrer entsprechenden Kategorie mit der dazugehörigen Berechnungsgrundlage zuzuweisen.
  2. Der konkrete Wert in Kilogramm wird durch den Wert 200 dividiert.
  3. Daraus ergibt sich ein Faktor, der in den meisten Fällen einen Kommastand aufweist. Das Berechnungsprinzip sieht der Einfachheit halber vor, diesen auf- bzw. abzurunden. Anschließend wird dieser mit der Berechnungsgrundlage der zugehörigen Kategorie multipliziert.
  4. Das daraus resultierende Ergebnis ist die anfallende Kfz-Steuer. Auch hier gilt: Gibt es einen Kommastand, so wird dieser abermals auf- bzw. abgerundet. Daraus geht letztlich ein Wert hervor, der keine Centbeträge aufweist.

Noch greifbarer wird das Ermitteln der Kfz-Steuer mit einem plakativen Rechenbeispiel. Aus diesem Grund findest du hier eine Variante, die für einen Dienstwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.200 Kilogramm gilt.

Beispiel: E-Auto als Firmenwagen mit zGG von 3.200 Kilogramm.

  1. Durch das Gewicht von 3.200 kg fällt das Fahrzeug in Kategorie 3, welcher alle Modelle von 3.001 bis 3.500 kg zuzuordnen sind. Somit wird die Berechnungsgrundlage von 6,93 Euro pro angefangene 200 Kilogramm auf den Plan gerufen.
  2. 3.200 kg / 200 kg = 16 (kein Auf-/Abrunden nötig)
  3. 16 x 6,39 Euro Berechnungsgrundlage = 102,24 -> abgerundet auf 102 Euro.

Für das Rechenbeispiel würden für einen Dienstwagen mit einem Gesamtgewicht von 3.200 Kilogramm 102 Euro an Kfz-Steuer anfallen.

2.2 Nachteilsausgleich Dienstwagenbesteuerung

E-Autos haben im Vergleich zu konventionellen Autos in der Regel einen höheren Anschaffungspreis. Ein E-Auto lohnt sich wirtschaftlich erst bei einer relevanten Laufleistung und durch die wesentlich günstigeren Betriebskosten (Verbrauch, weniger Wartungskosten, keine KfZ-Steuer). Um die Barriere des höheren Preises zu mildern, hat die Bundesregierung einen Anreiz geschaffen, der bereits seit 2013 Gültigkeit besitzt.

Der höhere Bruttolistenpreis der Elektroautos hätte im Umkehrschluss nachteilige Auswirkungen auf die Dienstwagenbesteuerung. Für privat genutzte Dienstwagen wäre ein Elektroauto unter diesen Umständen demnach signifikant teuer. Grundsätzlich wird diese Privatnutzung monatlich mit einem Prozent des Bruttolistenpreises für das E-Auto angesetzt. Der daraus errechnete Betrag ist durch das Einkommensteuergesetz so geregelt, als würde die entsprechende Summe in Form eines Arbeitslohnes ausgezahlt.

Der Einfachheit halber existiert ein pauschaler Abschlag pro Kilowattstunde der Batterie. Angesetzt wird dieser seit 2013 und reduziert sich dabei in jährlichen Abständen bis 2022 – solange hat diese Regelung Bestand. Gleichzeitig ist eine Obergrenze festgelegt, die den Höchstbetrag für den Abschlag darstellt. Diese verringert sich ebenfalls von Jahr zu Jahr. In der folgenden Tabelle findest du die Kürzungen pro Kilowattstunde sowie den jeweiligen Höchstbetrag schrittweise bis zum Jahr 2022 dargestellt:

Tabelle
Jahr der ErstzulassungKürzung pro KWh (in €)Obergrenze der Kürzung (in €)
2013 und früher50010.000
20144509.500
20154009.000
20163508.500
20173008.000
20182507.500
20192007.000
20201506.500
20211006.000
2022505.500

Um auch diese Regelung greifbarer zu machen, hier ein Beispiel: Wer im Jahr 2018 ein E-Auto als Dienstwagen mit einer Akkukapazität von 24 Kilowattstunden anschafft, geht für die Berechnung wie folgt vor: 24 kWh x 250 Euro = 6.000 Euro

Dementsprechend werden die Kilowattstunden der Batterie mit der dazugehörigen Kürzung multipliziert. Der Arbeitgeber könnte folglich 6.000 Euro vom Bruttolistenpreis für das E-Auto abziehen, jedoch nicht mehr als die vorgegebene Höchstgrenze von 7.500 Euro. Der verminderte Listenpreis behält für die gesamte Zeit seine Gültigkeit.

Keine Anwendung findet der Nachteilsausgleich zur Dienstwagenbesteuerung natürlich dann, wenn der Akku des Fahrzeugs gemietet wird – schließlich ist die Kürzung gerade wegen der höheren Fahrzeugkosten aufgrund der Batterie in Kraft getreten. Ab dem 01.01.2023 verliert die Förderung aller Voraussicht nach ihre Gültigkeit.

2.3 Lohnsteuervorteile

Seit 1. Januar 2017 haben weitere Regelungen Gültigkeit, die das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer berühren. Es geht dabei insbesondere um den Fall, wenn ein privates E-Auto beim Arbeitgeber aufgeladen wird. Bisher handelte es sich ähnlich wie Geschenke, um einen lohnsteuerpflichtiger Sachbezug.

Umgekehrt kann der Arbeitgeber de

Der Arbeitgeber kann einem Arbeitnehmer außerdem eine Ladesäule oder Wallbox für den privaten Bereich kostenfrei zur Verfügung stellen oder durch einen finanziellen Zuschuss ermöglicht. Auch der darüber geladene Strom in einen elektrischen Dienstwagen ist vom Arbeitgeber subventionierbar. Voraussetzung hierfür ist ein Nachweis (bspw. ein separater, eichrechtskonformer Stromzähler) über die Strommenge in Kilowattstunden, die in das Elektroauto geladen wurden.

3.  Bundesförderung

Neben den steuerlichen Erleichterungen und Vereinfachungen lässt sich bei der Anschaffung von E-Autos im gewerblichen Bereich ebenfalls profitieren. So empfiehlt sich wie für Privatpersonen auch für Unternehmen der Umweltbonus, der eine nicht unwesentliche Vergünstigung beim Kauf bzw. Leasings eines Fahrzeugs mit elektrischem Antrieb vorsieht. Darüber hinaus ergeben sich weitere Förderchancen, die etwa durch das KfW-Umweltprogramm oder das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ermöglicht werden.

3.1 Umweltbonus

Der Umweltbonus meint nichts anderes als den Zuschuss für den Erwerb eines E-Autos, der jedoch auch für Plug-in-Hybride gilt. Wie Privatpersonen können auch Unternehmen davon Gebrauch machen. Vereine, Stiftungen sowie Körperschaften sind ebenfalls eingeschlossen.

Als Umweltbonus wird diese Unterstützung deswegen bezeichnet, da es hier eine Förderung für Fahrzeuge gibt, deren CO2-Ausstoß weniger als 50 Gramm pro gefahrenen Kilometer beträgt. Während die Anschaffung eines Plug-in-Hybrids mit einem Zuschuss von 3.000 Euro bedacht wird, gilt für E-Autos eine Förderung von 4.000 Euro. Staat und Hersteller beteiligen sich zu gleichen Teilen an diesem Programm, welches aller Voraussicht nach spätestens am 31. Dezember 2019 ausläuft.

Das Prinzip sieht vor, dass insgesamt 1,2 Milliarden Euro bereitstehen, an denen sich der Staat und die Automobilhersteller der Fahrzeuge mit jeweils 600 Millionen Euro beteiligen. Ist das Geld vor dem Jahresende 2019 aufgebraucht, wird der Umweltbonus eher eingestellt. Es gilt also der Grundsatz: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Damit die Förderung jedoch bewilligt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zu diesen gehören folgende Kriterien:

  • der Netto-Basislistenpreis beträgt nicht mehr als 60.000 Euro (=71.400 Euro brutto)
  • das E-Auto ist auf der Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hinterlegt
  • das E-Auto bleibt für den Zeitraum von mindestens einem halben Jahr zugelassen
  • das E-Auto wird auf einen Antragsteller zugelassen, der innerhalb Deutschlands niedergelassen ist

Die 50:50-Aufteilung der Förderung hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Die 50 Prozent des Automobilherstellers lassen sich gleich beim Fahrzeugpreis des E-Autos reduzieren. Somit ergeben sich nicht nur beim Kauf, sondern ebenso bei einer Finanzierung oder einem Leasingvertrag günstigere Konditionen – speziell im gewerblichen Bereich sollte das Leasing oftmals die bevorzugte Variante sein.

Während sich der Anteil des Herstellers also gleich direkt auf den Preis des E-Autos auswirkt, geht es anschließend noch darum, von der staatlichen Förderung Gebrauch zu machen. Dazu muss ein Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden, welches als zuständige Stelle fungiert. Das Verfahren teilt sich in zwei wesentliche Schritte auf.

  1. Antragstellung
    Die Antragstellung beim BAFA gestaltet sich recht unkompliziert und kann über das dafür eingerichtete Online-Portal erfolgen. Dort steht ein Formular bereit, welches es auszufüllen gilt. Gleichzeitig sind Belege einzureichen, die entweder in Gestalt der verbindlichen Bestellung oder des Vertrags für das Leasing bzw. ggf. den Kauf vorhanden sein müssen. Speziell im Falle eines Leasings ist noch eine Kalkulationsrate gefordert.
    Das BAFA prüft den Antrag und erstellt daraufhin einen Zuwendungsbescheid. Spätestens neun Monate später muss es zur Zulassung des E-Autos kommen.
  2. Verwendungsnachweisverfahren
    Im Rahmen des Verwendungsnachweisverfahrens sind weitere Dokumente einzureichen. Beim Kauf des E-Autos ist eine Rechnung erforderlich. Zudem verlangt das BAFA nach der Zulassungsbescheinigung I und II. Die Nachweise dürfen nicht später als zehn Monate nach Eingang des Zuwendungsbescheids vorgelegt werden. Gibt das Bundesamt dem Antrag statt, kommt es zur Auszahlung des staatlichen Anteils.

Gültigkeit hat der Umweltbonus für E-Autos ausschließlich für die Anschaffung eines Neuwagens. Gebrauchtfahrzeuge sind von dieser Regelung ausgenommen.

3.2 Förderaufruf des BMVI

ACHTNUG der letzte Aufruf zu diesem Förderprogramm endete am 31.10.2019. Dabei ist offenen, ob es einen weiteren Förderaufruf für dieses Förderprogramm geben wird. 

Seit 2015 ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) engagiert, die Elektromobilität in Deutschland zu fördern. Als konkreter Ausgangspunkt darf der 9. Juni 2015 verstanden werden. Hier verabschiedete die Institution die sogenannte Förderrichtlinie zur batterieelektrischen Elektromobilität. Dieses Programm beruht auf der Absicht, Fahrzeuge aller Art mit einem elektrischen Antrieb zu etablieren. Neben E-Autos gehören auch Busse, Züge sowie Fahrräder und Motorräder zu den unterstützten Fortbewegungsmitteln.

Das BMVI selbst definiert Elektromobilität als „Schlüsseltechnologie für die Gestaltung eines sauberen und effizienten Verkehrssystems“. Das Ziel ist es, Emissionen zu vermindern, wobei in den Kommunen angesetzt wird. Als Fördermittel stellt das Ministerium rund eine Milliarde an Geldern zur Verfügung, wobei das Programm noch bis Ende 2019 läuft. Gefördert werden durch das BMVI:

  • Kommunen selbst
  • kommunale Unternehmen
  • die gewerbliche Wirtschaft der Kommunen und damit beispielsweise Pflegedienste, Kuriere und Lieferdienste oder auch Handwerksbetriebe
  • Car-Sharing-Flotten
  • E-Autos im Taxigewerbe
  • der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV)

Die Höhe der Unterstützung für die Fahrzeugbeschaffung variiert und richtet sich danach, ob die Förderung im wettbewerblichen oder nicht-wettbewerblichen Bereich vorgesehen ist. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie eine wettbewerbliche Ausrichtung aufweisen. Hier kann eine Unterstützung zwischen 40 und 60 Prozent der Investitionsmehrkosten erfolgen, welche sich nach der Größe des entsprechenden Unternehmens richtet.

Verfügt der Antragsteller über eine nicht-wettbewerbliche Ausrichtung, ist eine Förderung in Höhe von 75 Prozent üblich. Handelt es sich jedoch um eine finanzschwache Kommune, stehen 90 Prozent bereit. Das BMVI setzt auf ein unbürokratisches Antrags- und Bewilligungsverfahren, um es den Kommunen und Unternehmen so einfach wie möglich zu machen. Neben der Beschaffung von E-Autos unterstützt das Bundesministerium aber auch die Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau von Ladestationen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist natürlich auch eine verbesserte Infrastruktur von Bedeutung, um auf ein dichtes Netz an Stromtankstellen zurückgreifen zu können. Insgesamt 300 Millionen Euro stellt das BMVI bereit. Davon sind:

– zwei Drittel für den Bau von 5.000 Schnellladestationen und
– ein Drittel für den Bau von 10.000 Normalladestationen

vorgesehen. Zur Förderung gehören neben dem Errichten der Säulen auch deren Montage und der dazugehörige Netzanschluss. Wichtige Voraussetzungen bestehen darin, dass die Ladevorrichtung öffentlich zugänglich ist und mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird.

3.3 KfW-Förderprogramm

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet bereits seit 2014 eine Unterstützung für sogenannte umweltfreundliche Investitionen, worunter auch der Bereich der Elektromobilität fällt. Das KfW-Umweltprogramm – so die offizielle Bezeichnung – existiert für mittlere und große Unternehmen unter der Kennziffer 240 und für kleine Unternehmen unter der Nummer 241. Als kleine Unternehmen (KU) gelten Betriebe, deren Mitarbeiterzahl bei maximal 50 liegt und deren Jahresumsatz bzw. deren Jahresbilanzsumme 10 Millionen Euro nicht überschreitet.

Grundsätzlich fördert die KfW mit diesem Umweltprogramm:

  • Unternehmen im In- und Ausland
  • Freiberufler
  • Unternehmen, die im Auftrag eines Dritten Dienstleistungen erbringen
  • Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen / Joint Ventures mit maßgeblicher deutscher Beteiligung, die im Ausland niedergelassen sind

Keine Berücksichtigung für das KfW-Umweltprogramm finden:

  • Unternehmen mit landwirtschaftlicher Produktion
  • Unternehmen, deren Tätigkeit in der Fischerei liegt

Mit Hilfe des KfW-Förderprogramms besteht die Möglichkeit, Unterstützung für die Anschaffung von E-Autos oder für Ladeinfrastruktur auf dem Unternehmensgelände zu erhalten. Das bedeutet, dass die KfW einen zinsgünstigen Kredit vergibt und bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten übernimmt. Die maximal zu bewilligende Summe pro Projekt liegt bei 10 Millionen Euro. Diese lässt sich entweder in Teilbeträgen oder als Einmalzahlung erhalten. Der effektive Jahreszins des KfW-Umweltprogramms beginnt ab 1,00 %, richtet sich aber ganz konkret nach den wirtschaftlichen Verhältnissen sowie der Qualität der vorhandenen Sicherheiten des Unternehmens.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, dass während der tilgungsfreien Zeit lediglich die Zinsen gezahlt werden müssen. Es besteht auch die Option, den Kredit komplett oder teilweise gegen die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zu tilgen. Hier gehts zum KfW-Umweltprogramm.

4.  Kommunale Förderungen

Es existieren in zahlreichen Kommunen und Städten Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung von E-Autos für Unternehmen. Städte wie beispielsweise München und Regensburg haben eigene Förderprogramme lanciert. Jene unterliegen jedoch meist eigenen Kriterien zur Fördermittelzuwendung, sodass eine Aufzählung hier den Rahmen überschreitet. Es ist demnach general ratsam bei der Stelle für Wirtschaftsförderung, Energie, Mobilität oder Ähnlichem proaktiv nachzufragen, ob es Unterstützungen der Kommune für Einbindung von Elektromobilität gibt.

Für dich wühlen wir uns gern durch den Förderdschungel!

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* Das Angebot gilt ausschließlich für Unternehmen und ist in dem Basispaket und in dem Komplettpaket enthalten. Das Starterpaket ist davon ausgenommen.