Private Förderung von Elektroautos

Private Förderung von Elektroautos

Die Frage, warum die Bundesregierung die Elektromobilität fördert, hat einen naheliegenden Grund. Der Industriezweig ist eine der absoluten Schlüsselbranchen. Ein Jahresumsatz von rund 370 Milliarden Euro sowie eine Zahl von etwa 800.000 Beschäftigten liefern den Beleg. Dementsprechend hat auch der Staat ein massives Interesse daran, die Entwicklung zu unterstützen, um in der Konsequenz den Anschluss an eine der wichtigsten Zukunftstechnologien nicht zu verpassen. Während im gewerblichen Bereich eine Vielzahl weiterer, verschiedener Fördermöglichkeiten auf Landesebene beziehungsweise kommunaler Ebene bereitstehen, spielt für Privatpersonen vorrangig der Zuschuss beim Fahrzeugkauf eine wesentliche Rolle. Alles Wichtige zu diesem Thema haben wir dir hier zusammengefasst:

1.  Förderung beim Kauf eines Fahrzeugs

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ – so lautet das Prinzip, nach welchem die Vergabe der Fördergelder erfolgt. Ein Fördervolumen von 1,2 Milliarden Euro steht dafür bereit. An diesem Betrag beteiligen sich der Bund und die Automobilhersteller jeweils zur Hälfte. Die Auszahlung der Prämie ist bis zum 30. Juni 2019 vorgesehen oder es kommt zu einem früheren Abschluss, wenn die Gelder aufgebraucht sind. Zuständig für die Vergabe ist das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA.

Ein Elektroauto wird mit einem Zuschuss von 4.000 Euro gefördert, für einen Plug-in-Hybrid liegt der Zuschuss bei 3.000 Euro. Damit der Käufer von diesem staatlichen Anreiz profitiert, muss das auserkorene Fahrzeug bestimmte Kriterien erfüllen. Zu diesen gehören:

  • das E-Auto steht auf der Liste des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  • der Netto-Basis-Listenpreis darf die Obergrenze von 60.000 Euro nicht überschreiten (eine Untergrenze existiert nicht)
  • die Erstzulassung liegt nach dem 18. Mai 2016
  • das E-Auto muss mindestens sechs Monate zugelassen bleiben
  • das E-Auto ist innerhalb Deutschlands auf einen Antragsteller zugelassen

Da die Prämie rechnerisch einfach vom Fahrzeugpreis abgezogen wird, werden auch Leasing-Verträge oder Finanzierungen eingeschlossen und haben eine geringere monatliche Belastung für den Käufer zur Folge. Einzig bei gebrauchten E-Autos greift die Förderung nicht mehr.

Und wie kommt der Käufer nun konkret an die Förderung beim Kauf eines E-Autos? Der gängige Ablauf besteht darin, dass sich dank der 50:50-Regelung der Anteil des Herstellers gleich beim Angebotspreis für das Fahrzeug reduziert. Um die andere Hälfte durch den Staat erstattet zu bekommen, muss der Kunde selbst einen entsprechenden Antrag beim BAFA stellen. Das geschieht in zwei Schritten:

  1. Antragstellung im Online-Portal des BAFA
    Das Online-Portal des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ermöglicht eine unkomplizierte Antragstellung. Neben dem ausgefüllten Formular sind noch Dokumente einzureichen. Das ist eine Kopie der verbindlichen Bestellung oder des Kaufvertrags beziehungsweise des Leasing-Vertrages. Sofern es sich um ein Leasing handelt, ist außerdem eine Kalkulationsrate beizufügen. Nach Prüfung des Antrags erteilt das BAFA einen Zuwendungsbescheid. Spätestens neun Monate nach Eingang dieses Dokuments muss das E-Auto zugelassen werden.
  2. Verwendungsnachweisverfahren
    Der Kunde ist nun veranlasst, seine Rechnung einzureichen, sofern er sich zum Kauf des E-Autos entschlossen hat. Weiterhin sind für den Nachweis die Kopien der Zulassungsbescheinigung I und II notwendig. Ist alles geprüft, bekommt der Besitzer des Fahrzeugs die Prämie auf sein Konto überwiesen. Dieser Schritt darf nicht mehr als zehn Monate nach dem Erhalt des Zuwendungsbescheids erfolgen.

2.  Steuerliche Vorteile für Besitzer eines E-Auto

Die staatliche Prämie ist nur einer von mehreren Anreizen der Bundesregierung. Zusätzlich existiert eine zehnjährige Steuerbefreiung für aktuell gekaufte E-Autos. Die Regelung betrifft ausschließlich reine E-Autos. Der Zoll, der für die Erhebung der Steuer zuständig ist, definiert es so: „Fahrzeuge, die ausschließlich mit Elektromotoren angetrieben werden.“

Hybrid-Modelle sind somit bei dieser Begünstigung außen vor. Für die Dauer der Steuerbefreiung gibt es eine grundlegende Unterscheidung. Sie richtet sich nach dem Datum der Erstzulassung.

Erstzulassungen
Erstzulassung bis 17. Mai 2011Steuerbefreiung von 5 Jahren
Erstzulassung zwischen 18. Mai 2011 und 31. Dezember 2020Steuerbefreiung von 10 Jahren

Diese Befreiung gilt für jedes E-Auto einmal. Das bedeutet, wenn beispielsweise ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug drei Jahre nach der Anschaffung an eine andere Person weiterverkauft wird, verbleiben dem neuen Besitzer sieben weitere Jahre, in denen er keine Kfz-Steuern für seinen erworbenen Gebrauchtwagen zu begleichen hat.

3.  Steuerliche Vorteile nach der Umrüstung zum E-Auto

Das sogenannte „Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität“ ist am 17. November 2016 in Kraft getreten. Die Regelung sieht steuerliche Vergünstigungen vor, wenn sich der Besitzer eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor zu einer Umrüstung entschließt. Das heißt, die ursprünglichen Komponenten des Diesel oder Benziners werden durch einen Elektromotor und die dazugehörige Technologie ausgetauscht.

Das ist grundsätzlich auch mit älteren Fahrzeugen möglich und kann sogar einen Vorteil mit sich bringen: Im Vergleich zu den aktuellen Modellen sind die früheren zumeist leichter. Ein geringeres Gesamtgewicht bedeutet wiederum einen niedrigeren Stromverbrauch während der Fahrt. Andererseits können hier insgesamt recht hohe Kosten entstehen – einerseits für den Umbau selbst, aber auch für die Neuzulassung beim TÜV.

Dafür gewährt die Bundesregierung mit dem Gesetz einen Steuererlass, der wie beim Kauf eines neuen E-Auto-Modells für die Dauer von zehn Jahren gilt. Diese Befreiung greift ab dem Tag, an dem die Zulassungsbehörde sämtliche Voraussetzungen der Umrüstung als erfüllt betrachtet. Zudem hat diese Regelung Gültigkeit für Umrüstungen, die im Zeitraum vom

18. Mai 2016 bis zum 31. Dezember 2020

erfolgt sind. Keine Rolle spielt es unterdessen, wann das zum E-Auto umgebaute Fahrzeug erstmals zugelassen wurde. Demnach ist es beispielsweise möglich, einen Oldtimer umrüsten zu lassen und diesen steuerfrei zuzulassen.

Zusammengefasst: Die Bundesregierung bietet Steuerbefreiung für zehn Jahre, wenn zwei wesentliche Bedingungen des Umrüstens erfüllt sind. Diese sind:

  1. Das entsprechende Fahrzeug muss bei seiner ersten Zulassung einen Fremd- oder Selbstzündungsmotor besessen haben und der Umbau zum E-Auto ist im Zeitraum vom 18. Mai 2016 bis zum 31. Dezember 2020 erfolgt.
  2. Es muss eine Allgemeine Betriebserlaubnis für die im E-Auto verwendeten Fahrzeugteile erteilt werden.

4.  Berechnung der Kfz-Steuer für ein E-Auto nach Ablauf der Befreiung

Die Befreiung von der Kfz-Steuer für E-Autos ist zweifelsohne ein attraktiver Anreiz, den die Bundesregierung für den Käufer geschaffen hat. Die Förderung zur Anschaffung eines Elektroautos soll vor allem die Fahrzeuganzahl im Markt erhöhen und die Entscheidung zwischen Verbrenner und Stromer vereinfachen.

Nach Ende der Steuerbefreiung fällt eine Kfz-Steuer an. Diese liegt jedoch bei der Hälfte der Beträge, die für ein Modell mit Verbrennungsmotor zu begleichen sind. Um die Steuer für ein E-Auto zu bestimmen, existiert ein Berechnungsschlüssel, der sich am Gewicht des Fahrzeugs, dem zulässigen Gesamtgewicht (zGG), ausrichtet. Daraus ergeben sich folgende drei Kategorien:

Rechenbeispiel
Zulässiges Gesamtgewicht des FahrzeugsBerechnungsgrundlage pro angefangener 200 kg
bis maximal 2.000 kg5,625 Euro
von 2.001 bis 3.000 kg6,01 Euro
von 3.001 bis 3.500 kg6,39 Euro

Diese Bestimmung lässt sich im §9, Absatz 2 im Kraftfahrzeugsteuergesetz nachlesen. Die Steuer für das eigene E-Mobil errechnet sich nach den folgenden Schritten:

  1. Das tatsächliche, zulässige Gesamtgewicht heranziehen und es der entsprechenden Kategorie zuordnen.
    Die Kilogramm durch den Wert 200 dividieren.
  2. Der daraus resultierende Faktor wird bei einem Kommastand auf- bzw. abgerundet und anschließend mit der Berechnungsgrundlage der vorgesehenen Kategorie multipliziert.
  3. Das daraus hervorgehende Ergebnis wird bei einem abermaligen Kommastand wieder auf- bzw. abgerundet und stellt schließlich den anfallenden Steuerbetrag dar.

Das Aufrunden ist festgelegt worden, um somit Centbeträge ausschließen zu können.

Beispielrechnung mit einem Fahrzeug, dessen zulässiges Gesamtgewicht bei 2.300 Kilogramm liegt.

  1. Basierend auf dem Gewicht, bewegt es sich damit in Kategorie zwei und somit gilt die Berechnungsgrundlage von 6,01 Euro pro angefangener 200 Kilogramm.
  2. Gesamtgewicht 2.300 kg / 200 Kilogramm = 11,5 -> wird aufgerundet auf 12.
  3. Faktor 12 x 6,01 Euro Berechnungsgrundlage = 72,12 -> wird abgerundet auf 72 Euro.

Daraus resultiert eine zu zahlende Kfz-Steuer für das E-Auto in Höhe von 72 Euro.