Gewerbliche Förderung von Elektroautos

Elektromobilität ist für die Bundesregierung ein wichtiger Bereich, den sie mit verschiedenen Förderprogrammen voranbringen möchte. Die Absicht besteht darin, einerseits die Schadstoffbelastung in der Luft zu reduzieren und andererseits soll die Nachfrage nach E-Autos gesteigert werden, um eine schnellere Verbreitung der Technologie herbeizuführen. Zugleich stellt die Automobilindustrie einen der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Bundesrepublik Deutschland dar. Nicht zuletzt besteht die Absicht darin, diesen Sektor zu stärken, damit dieser weiterhin auf einem hohen Level existieren kann.

Unternehmen greifen in Deutschland auf eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten zurück, wenn es um die Anschaffung von E-Autos geht. Während im privaten Bereich schnell zu überblickende, lukrative Optionen vorhanden sind, fällt es Gewerbetreibenden oftmals schwer, die sich bietenden Chancen auszuschöpfen – gerade, weil die Unterstützung vielfältig ist und es keine einheitlichen Regelungen gibt. Förderungen werden schließlich nicht nur auf Bundesebene vergeben, sondern in aller Regel auch auf Landesebene sowie in den Kommunen. Und genau deswegen fällt der Überblick schwer, da gewissermaßen jedes Bundesland seine eigenen Richtlinien für sich getroffen hat und selbst zwischen den Kommunen teils sehr abweichende Bedingungen vorherrschen.

Nicht zuletzt mangelt es an umfassender Aufklärung zu den einzelnen Förderungsmöglichkeiten. Dementsprechend besteht das Problem, dass zwar Unterstützungen existieren – sie bringen jedoch nicht den gewünschten Effekt, wenn sie den meisten unbekannt bleiben. Welche einzelnen Programme für E-Mobilität im gewerblichen Bereich bereitstehen, haben wir für dich auf dieser Seite zusammengetragen. Du erhältst dabei einen allgemeinen Überblick, der von der steuerlichen Förderung bis hin zu Unterstützung auf kommunaler Ebene reicht.

Bist du als Unternehmer daran interessiert, auch für dein Gewerbe von den Förderprogrammen zur E-Mobilität zu profitieren, empfehlen wir allerdings eine individuelle Beratung. So kann speziell auf die Unternehmenssituation sowie die vor Ort bereitstehenden Möglichkeiten eingegangen werden. Unsere drei Pakete zur individuellen Beratung bieten für jeden Bedarf eine passende Option.

1.  Steuerliche Förderung

Bereits komplexer als im Privatbereich ist die steuerliche Förderung für Unternehmen, wenn du deine Flotte mit E-Autos ausstattest. Die Regelungen führen daher nicht allein zu einem vorübergehenden Erlass der Kfz-Steuer, sondern berühren auch den Nachteilsausgleich der Dienstwagenbesteuerung sowie die Lohnsteuer.

1.1 Vorübergehende Befreiung von der Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer wird für den Zeitraum von zehn Jahren ausgesetzt, sofern das E-Auto noch bis zum 31. Dezember 2020 zugelassen wird. Anschließend, so sieht es der Paragraph 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) vor, gilt für die Fahrzeuge eine Ermäßigung. Sie liegt bei 50 Prozent gegenüber des für Verbrennungsfahrzeuge üblichen Steuersatzes. Grundsätzlich hat diese Steuerbefreiung ausschließlich für reine E-Autos Bestand, nicht aber für Hybride, bei denen noch ein Verbrennungsmotor für die Reichweitenverlängerung eingebaut ist. Berechnet wird die zu zahlende Summe auf der Grundlage des zulässigen Gesamtgewichts (zGG).

 

Rechenbeispiel
Zulässiges Gesamtgewicht des FahrzeugsBerechnungsgrundlage pro angefangener 200 kg
bis maximal 2.000 kg5,625 Euro
von 2.001 bis 3.000 kg6,01 Euro
von 3.001 bis 3.500 kg6,39 Euro

 

Um die Höhe der anfallenden Kfz-Steuer nach dem Zeitraum der Befreiung zu berechnen, lässt sich in den folgenden Schritten vorgehen:

  1. Das zulässige Gesamtgewicht des Dienstfahrzeugs ist zunächst ihrer entsprechenden Kategorie mit der dazugehörigen Berechnungsgrundlage zuzuweisen.
  2. Der konkrete Wert in Kilogramm wird durch den Wert 200 dividiert.
  3. Daraus ergibt sich ein Faktor, der in den meisten Fällen einen Kommastand aufweist. Das Berechnungsprinzip sieht der Einfachheit halber vor, diesen auf- bzw. abzurunden. Anschließend wird dieser mit der Berechnungsgrundlage der zugehörigen Kategorie multipliziert.
  4. Das daraus resultierende Ergebnis ist die anfallende Kfz-Steuer. Auch hier gilt: Gibt es einen Kommastand, so wird dieser abermals auf- bzw. abgerundet. Daraus geht letztlich ein Wert hervor, der keine Centbeträge aufweist.

Noch greifbarer wird das Ermitteln der Kfz-Steuer mit einem plakativen Rechenbeispiel. Aus diesem Grund findest du hier eine Variante, die für einen Dienstwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.200 Kilogramm gilt.

Beispiel: E-Auto als Firmenwagen mit zGG von 3.200 Kilogramm.

  1. Durch das Gewicht von 3.200 kg fällt das Fahrzeug in Kategorie 3, welcher alle Modelle von 3.001 bis 3.500 kg zuzuordnen sind. Somit wird die Berechnungsgrundlage von 6,93 Euro pro angefangene 200 Kilogramm auf den Plan gerufen.
  2. 3.200 kg / 200 kg = 16 (kein Auf-/Abrunden nötig)
  3. 16 x 6,39 Euro Berechnungsgrundlage = 102,24 -> abgerundet auf 102 Euro.

Für das Rechenbeispiel würden für einen Dienstwagen mit einem Gesamtgewicht von 3.200 Kilogramm 102 Euro an Kfz-Steuer anfallen.

1.2 Nachteilsausgleich Dienstwagenbesteuerung

E-Autos bringen ein enormes Potenzial mit, auch im gewerblichen Bereich genutzt zu werden. Erkannt hat dies auch die Bundesregierung und einen weiteren Anreiz geschaffen, der bereits seit 2013 Gültigkeit besitzt. Anlass dafür ist die Tatsache, dass Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb gegenüber vergleichbaren Pkws mit Verbrennungsmotoren einen höheren Anschaffungspreis besitzen – dieser ist vorrangig auf die Kosten für den Akku zurückzuführen.

Der höhere Bruttolistenpreis hätte im Umkehrschluss eine nachteilige Auswirkung auf die Dienstwagenbesteuerung. Für die Arbeitnehmer, welche das E-Auto auch im privaten Bereich fahren dürfen, entsteht wiederum ein Nutzen. Grundsätzlich wird dieser Vorteil monatlich mit einem Prozent des Bruttolistenpreises für das E-Auto angesetzt. Der daraus errechnete Betrag ist durch das Einkommensteuergesetz so geregelt, als würde die entsprechende Summe in Form eines Arbeitslohnes ausgezahlt. Im Umkehrschluss heißt das: Fahrzeuge mit einem hohen Kaufpreis und geringen Unterhaltungskosten stellen einen Nachteil aus Sicht des Unternehmers dar. An dieser Stelle setzt der Nachteilsausgleich für die Dienstwagenbesteuerung an.

Die Regelung zielt darauf ab, den Bruttolistenpreis des E-Autos für das Einkommensteuergesetz zu reduzieren. Da der Akku, wie bereits erwähnt, die kostenintensivste Komponente des E-Autos ausmacht, widmet sich der Nachteilsausgleich dem Energiespeicher. Der Einfachheit halber existiert ein pauschaler Abschlag pro Kilowattstunde der Batterie. Angesetzt wird dieser seit 2013 und reduziert sich dabei in jährlichen Abständen bis 2022 – solange hat diese Regelung Bestand. Gleichzeitig ist eine Obergrenze festgelegt, die den Höchstbetrag für den Abschlag darstellt. Diese verringert sich ebenfalls von Jahr zu Jahr. In der folgenden Tabelle findest du die Kürzungen pro Kilowattstunde sowie den jeweiligen Höchstbetrag schrittweise bis zum Jahr 2022 dargestellt:

Tabelle
Jahr der ErstzulassungKürzung pro KWh (in €)Obergrenze der Kürzung (in €)
2013 und früher50010.000
20144509.500
20154009.000
20163508.500
20173008.000
20182507.500
20192007.000
20201506.500
20211006.000
2022505.500

Um auch diese Regelung greifbarer zu machen, hier ein Beispiel: Wer im Jahr 2018 ein E-Auto als Dienstwagen mit einer Akkukapazität von 24 Kilowattstunden anschafft, geht für die Berechnung wie folgt vor: 24 kWh x 250 Euro = 6.000 Euro

Dementsprechend werden die Kilowattstunden der Batterie mit der dazugehörigen Kürzung multipliziert. Der Arbeitgeber könnte folglich 6.000 Euro vom Bruttolistenpreis für das E-Auto abziehen, jedoch nicht mehr als die vorgegebene Höchstgrenze von 7.500 Euro. Der verminderte Listenpreis behält für die gesamte Zeit seine Gültigkeit.

Keine Anwendung findet der Nachteilsausgleich zur Dienstwagenbesteuerung natürlich dann, wenn der Akku des Fahrzeugs gemietet wird – schließlich ist die Kürzung gerade wegen der höheren Fahrzeugkosten aufgrund der Batterie in Kraft getreten. Ab dem 01.01.2023 verliert die Förderung aller Voraussicht nach ihre Gültigkeit.

1.3 Lohnsteuervorteile

Seit 1. Januar 2017 haben weitere Regelungen Gültigkeit, die das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer berühren. Es geht dabei insbesondere um den Fall, wenn ein privates E-Auto beim Arbeitgeber aufgeladen wird. Bis dahin hatte das als ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug gegolten.

Die gesetzliche Änderung bedeutet: Der Mitarbeiter muss das kostenlose Auftanken seines Fahrzeugs mit Strom nicht mehr versteuern. Für den Unternehmer heißt das im Umkehrschluss, dass er nicht mehr dazu verpflichtet ist, die entnommene Energiemenge zu messen oder sie zu berechnen. Das verringert den bürokratischen Aufwand. Eine Steuerbefreiung gilt gleichzeitig für das Laden eines E-Autos als Firmenfahrzeug. Voraussetzung ist dafür, dass ein Fahrtenbuch geführt wird.

Gleichwohl ist es denkbar, dass der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer eine Ladesäule für den privaten Bereich kostenfrei zur Verfügung stellt oder durch einen finanziellen Zuschuss ermöglicht. Hierfür liegt eine Pauschale von 25 Prozent für diesen Lohnsteuer-Vorteil vor.

2.  Bundesförderung

Neben den steuerlichen Erleichterungen und Vereinfachungen lässt sich bei der Anschaffung von E-Autos im gewerblichen Bereich ebenfalls profitieren. So empfiehlt sich wie für Privatpersonen auch für Unternehmen der Umweltbonus, der eine nicht unwesentliche Vergünstigung beim Kauf bzw. Leasings eines Fahrzeugs mit elektrischem Antrieb vorsieht. Darüber hinaus ergeben sich weitere Förderchancen, die etwa durch das KfW-Umweltprogramm oder das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ermöglicht werden.

2.1 Umweltbonus

Der Umweltbonus meint nichts anderes als den Zuschuss für den Erwerb eines E-Autos, der jedoch auch für Plug-in-Hybride gilt. Wie Privatpersonen können auch Unternehmen davon Gebrauch machen. Vereine, Stiftungen sowie Körperschaften sind ebenfalls eingeschlossen.

Als Umweltbonus wird diese Unterstützung deswegen bezeichnet, da es hier eine Förderung für Fahrzeuge gibt, deren CO2-Ausstoß weniger als 50 Gramm pro gefahrenen Kilometer beträgt. Während die Anschaffung eines Plug-in-Hybrids mit einem Zuschuss von 3.000 Euro bedacht wird, gilt für E-Autos eine Förderung von 4.000 Euro. Staat und Hersteller beteiligen sich zu gleichen Teilen an diesem Programm, welches aller Voraussicht nach spätestens am 31. Dezember 2019 ausläuft.

Das Prinzip sieht vor, dass insgesamt 1,2 Milliarden Euro bereitstehen, an denen sich der Staat und die Automobilhersteller der Fahrzeuge mit jeweils 600 Millionen Euro beteiligen. Ist das Geld vor dem Jahresende 2019 aufgebraucht, wird der Umweltbonus eher eingestellt. Es gilt also der Grundsatz: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Damit die Förderung jedoch bewilligt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zu diesen gehören folgende Kriterien:

  • der Netto-Basislistenpreis beträgt nicht mehr als 60.000 Euro (=71.400 Euro brutto)
  • das E-Auto ist auf der Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hinterlegt
  • das E-Auto bleibt für den Zeitraum von mindestens einem halben Jahr zugelassen
  • das E-Auto wird auf einen Antragsteller zugelassen, der innerhalb Deutschlands niedergelassen ist

Die 50:50-Aufteilung der Förderung hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Die 50 Prozent des Automobilherstellers lassen sich gleich beim Fahrzeugpreis des E-Autos reduzieren. Somit ergeben sich nicht nur beim Kauf, sondern ebenso bei einer Finanzierung oder einem Leasingvertrag günstigere Konditionen – speziell im gewerblichen Bereich sollte das Leasing oftmals die bevorzugte Variante sein.

Während sich der Anteil des Herstellers also gleich direkt auf den Preis des E-Autos auswirkt, geht es anschließend noch darum, von der staatlichen Förderung Gebrauch zu machen. Dazu muss ein Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden, welches als zuständige Stelle fungiert. Das Verfahren teilt sich in zwei wesentliche Schritte auf.

  1. Antragstellung
    Die Antragstellung beim BAFA gestaltet sich recht unkompliziert und kann über das dafür eingerichtete Online-Portal erfolgen. Dort steht ein Formular bereit, welches es auszufüllen gilt. Gleichzeitig sind Belege einzureichen, die entweder in Gestalt der verbindlichen Bestellung oder des Vertrags für das Leasing bzw. ggf. den Kauf vorhanden sein müssen. Speziell im Falle eines Leasings ist noch eine Kalkulationsrate gefordert.
    Das BAFA prüft den Antrag und erstellt daraufhin einen Zuwendungsbescheid. Spätestens neun Monate später muss es zur Zulassung des E-Autos kommen.
  2. Verwendungsnachweisverfahren
    Im Rahmen des Verwendungsnachweisverfahrens sind weitere Dokumente einzureichen. Beim Kauf des E-Autos ist eine Rechnung erforderlich. Zudem verlangt das BAFA nach der Zulassungsbescheinigung I und II. Die Nachweise dürfen nicht später als zehn Monate nach Eingang des Zuwendungsbescheids vorgelegt werden. Gibt das Bundesamt dem Antrag statt, kommt es zur Auszahlung des staatlichen Anteils.

Gültigkeit hat der Umweltbonus für E-Autos ausschließlich für die Anschaffung eines Neuwagens. Gebrauchtfahrzeuge sind von dieser Regelung ausgenommen.

2.2 Förderaufruf des BMVI

Seit 2015 ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) engagiert, die Elektromobilität in Deutschland zu fördern. Als konkreter Ausgangspunkt darf der 9. Juni 2015 verstanden werden. Hier verabschiedete die Institution die sogenannte Förderrichtlinie zur batterieelektrischen Elektromobilität. Dieses Programm beruht auf der Absicht, Fahrzeuge aller Art mit einem elektrischen Antrieb zu etablieren. Neben E-Autos gehören auch Busse, Züge sowie Fahrräder und Motorräder zu den unterstützten Fortbewegungsmitteln.

Das BMVI selbst definiert Elektromobilität als „Schlüsseltechnologie für die Gestaltung eines sauberen und effizienten Verkehrssystems“. Das Ziel ist es, Emissionen zu vermindern, wobei in den Kommunen angesetzt wird. Als Fördermittel stellt das Ministerium rund eine Milliarde an Geldern zur Verfügung, wobei das Programm noch bis Ende 2019 läuft. Gefördert werden durch das BMVI:

  • Kommunen selbst
  • kommunale Unternehmen
  • die gewerbliche Wirtschaft der Kommunen und damit beispielsweise Pflegedienste, Kuriere und Lieferdienste oder auch Handwerksbetriebe
  • Car-Sharing-Flotten
  • E-Autos im Taxigewerbe
  • der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV)

Die Höhe der Unterstützung für die Fahrzeugbeschaffung variiert und richtet sich danach, ob die Förderung im wettbewerblichen oder nicht-wettbewerblichen Bereich vorgesehen ist. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie eine wettbewerbliche Ausrichtung aufweisen. Hier kann eine Unterstützung zwischen 40 und 60 Prozent der Investitionsmehrkosten erfolgen, welche sich nach der Größe des entsprechenden Unternehmens richtet.

Verfügt der Antragsteller über eine nicht-wettbewerbliche Ausrichtung, ist eine Förderung in Höhe von 75 Prozent üblich. Handelt es sich jedoch um eine finanzschwache Kommune, stehen 90 Prozent bereit. Das BMVI setzt auf ein unbürokratisches Antrags- und Bewilligungsverfahren, um es den Kommunen und Unternehmen so einfach wie möglich zu machen. Neben der Beschaffung von E-Autos unterstützt das Bundesministerium aber auch die Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau von Ladestationen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist natürlich auch eine verbesserte Infrastruktur von Bedeutung, um auf ein dichtes Netz an Stromtankstellen zurückgreifen zu können. Insgesamt 300 Millionen Euro stellt das BMVI bereit. Davon sind:

– zwei Drittel für den Bau von 5.000 Schnellladestationen und
– ein Drittel für den Bau von 10.000 Normalladestationen

vorgesehen. Zur Förderung gehören neben dem Errichten der Säulen auch deren Montage und der dazugehörige Netzanschluss. Wichtige Voraussetzungen bestehen darin, dass die Ladevorrichtung öffentlich zugänglich ist und mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird.

2.3 KfW-Förderprogramm

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet bereits seit 2014 eine Unterstützung für sogenannte umweltfreundliche Investitionen, worunter auch der Bereich der Elektromobilität fällt. Das KfW-Umweltprogramm – so die offizielle Bezeichnung – existiert für mittlere und große Unternehmen unter der Kennziffer 240 und für kleine Unternehmen unter der Nummer 241. Als kleine Unternehmen (KU) gelten Betriebe, deren Mitarbeiterzahl bei maximal 50 liegt und deren Jahresumsatz bzw. deren Jahresbilanzsumme 10 Millionen Euro nicht überschreitet.

Grundsätzlich fördert die KfW mit diesem Umweltprogramm:

  • Unternehmen im In- und Ausland
  • Freiberufler
  • Unternehmen, die im Auftrag eines Dritten Dienstleistungen erbringen
  • Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen / Joint Ventures mit maßgeblicher deutscher Beteiligung, die im Ausland niedergelassen sind

Keine Berücksichtigung für das KfW-Umweltprogramm finden:

  • Unternehmen mit landwirtschaftlicher Produktion
  • Unternehmen, deren Tätigkeit in der Fischerei liegt

Mit Hilfe des KfW-Förderprogramms besteht die Möglichkeit, Unterstützung für die Anschaffung von E-Autos oder für Ladeinfrastruktur auf dem Unternehmensgelände zu erhalten. Das bedeutet, dass die KfW einen zinsgünstigen Kredit vergibt und bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten übernimmt. Die maximal zu bewilligende Summe pro Projekt liegt bei 10 Millionen Euro. Diese lässt sich entweder in Teilbeträgen oder als Einmalzahlung erhalten. Der effektive Jahreszins des KfW-Umweltprogramms beginnt ab 1,00 %, richtet sich aber ganz konkret nach den wirtschaftlichen Verhältnissen sowie der Qualität der vorhandenen Sicherheiten des Unternehmens.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch, dass während der tilgungsfreien Zeit lediglich die Zinsen gezahlt werden müssen. Es besteht auch die Option, den Kredit komplett oder teilweise gegen die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zu tilgen.

3.  Landesförderung

Auf Länderebene bieten sich ebenfalls Fördermöglichkeiten im Bereich der Elektromobilität. Durch das föderale System der Bundesrepublik Deutschland herrscht keine einheitliche Regelung. Stattdessen handhabt jedes Bundesland seine Unterstützung auf eine andere Weise. Alle Angebote im Detail beinhaltet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Außerdem verweisen manche Bundesländer auf die Förderung der E-Mobilität durch Energieversoger. Das ist speziell dann hilfreich, wenn die Nutzer ihre Fahrzeuge kostenfrei an den entsprechenden Ladesäulen mit neuem Strom versorgen dürfen. Einen beispielhaften Überblick zur Förderung innerhalb der Bundesländer findest du in der Folge.

3.1 Hamburg

Die Hansestadt Hamburg gilt als einer der Vorreiter in der Elektromobilität. Das liegt schon allein daran, weil die Infrastruktur an Ladestationen frühzeitig gut ausgebaut war. Daraus resultierte eine für den bundesweiten Durchschnitt recht hohe Anzahl an vor Ort zugelassenen E-Autos.

Ein derzeit noch aktuelles Förderprogramm ist „e-Drive 2017“. Den Namen trägt diese Initiative deswegen, weil sie zum Jahresbeginn 2017 in Kraft getreten ist, wobei sie aber noch bis Ende Juni 2019 Bestand hat. Wirtschaftsunternehmen, aber auch Kommunen in Hamburg sowie den Metropolregionen werden mehr als 1.300 Fahrzeuge zu vergünstigten Leasingbedingungen zur Verfügung gestellt. Dazu gehören neben reinen E-Autos auch Plug-in-Hybride.

Ebenfalls noch in vollem Gange ist das Projekt „HansE“, wobei es sich um einen erweiterten Ausbau der Ladeinfrastruktur geht. Während das Stadtgebiet bereits sehr gut versorgt ist, sollen weitere Ladepunkte außerhalb des Kerns entstehen. Zugleich besteht das Ziel, die Zugangs- und Zahlungsmöglichkeiten weiter zu erleichtern.

3.2 Niedersachsen

Das Bundesland Niedersachsen bezuschusst unter anderem Unternehmen, die sich mit der Forschung und Entwicklung von E-Mobilität widmen. Ein weiteres Ziel ist es, Ladepunkte für Elektrofahrräder und E-Autos an Park-and-Ride-Parkplätzen, Bike-and-Ride-Anlagen und an Stationen des Öffentlichen Personennahverkehrs zu installieren. Darüber hinaus sollen unter anderem auch vermehrt elektrisch angetriebene Omnibusse zum Einsatz kommen.

3.3 Bayern

Ein wichtiges Projekt im Freistaat Bayern ist das Programm „Elektromobilität und innovative Antriebstechnologien für mobile Anwendungen“ (BayEMA). Verantwortlich zeigt sich dafür das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie. Es unterstützt Unternehmen mit bis zu 50 Prozent. Ziel ist es, die Forschung und Entwicklung für Fahrzeuge mit innovativen Antriebssystemen sowie den dazu erforderlichen Komponenten zu begünstigen.
Des Weiteren treibt auch das Bundesland Bayern den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voran. Vorgesehen ist es, bis 2020 rund 7.000 öffentlich zugängliche Ladesäulen anbieten zu können. Privatpersonen, aber auch Unternehmen haben die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen und somit Geld für den Bau, die Montage und den Netzanschluss eines Ladepunktes zu erhalten.

3.4 Baden-Württemberg

Eine besonders attraktive Förderung bietet das Land Baden-Württemberg an. Es hat dafür die sogenannten BW-e-Gutscheine etabliert. Diese bezuschussen die Kosten für die Fahrzeugunterhaltung sowie die Ladeinfrastruktur. Für die Anschaffung reiner E-Fahrzeuge ist eine Fördersumme bis zu 6.000 Euro vorgesehen, für Plug-in-Hybride sind es 1.500 Euro. Unter die Kategorie der Elektromobile fallen nicht allein E-Autos, sondern auch E-Bikes, Pedelecs und Elektroroller. Busunternehmen erhalten sogar bis zu 100.000 Euro, wenn sie ihren Fuhrpark mit einem elektrisch angetriebenen Bus ausstatten möchten. Die gleiche Summe winkt auch Unternehmen bei der Anschaffung eines E-Lkws.

Als vorrangige Zielgruppe dieser Unterstützung definiert das Bundesland Taxiunternehmen, Fahrschulen, Car-Sharing-Unternehmen, Pflege- sowie Sozialdienste. Die Förderung dürfen darüber hinaus auch Lieferdienste, Kurier- und Express-Dienste, Landkreise und Kommunen beantragen.
Die BW-e-Gutscheine gelten auch für Leasingverträge und sind für die Anschaffung von bis zu 20 Fahrzeugen vorgesehen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der vom Bund gewährte Zuschuss zusätzlich beansprucht werden kann.

Eine weite Förderinitiative widmet sich in besonderem Maße Elektro-Lastenrädern. Bei einem Kauf oder einem Leasing übernimmt das Land 50 Prozent der Investitionskosten – eine maximale Unterstützung von 4.000 Euro pro Lastenrad ist vorgesehen. Die Regelung gilt für Unternehmen, Körperschaften des privaten Rechts sowie gemeinnützige Organisationen, deren Sitz sich in Baden-Württemberg befindet.

3.5 Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen besteht die Möglichkeit, die Anschaffung von E-Autos für Unternehmen ebenso bezuschussen zu lassen wie die Errichtung öffentlicher und nicht-öffentlicher Ladepunkte. Die NRW Bank Elektromobilität fördert Freiberufler, mittelständische und kommunale Unternehmen beim Erwerb von Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor mit einem Höchstbetrag von fünf Millionen Euro und übernimmt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Ausgenommen sind jedoch Leasingfinanzierungen.
Aufgaben der Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität werden ebenso unterstützt wie erforderliche Investitionen in Form von Batterietechnik oder in die Ladeinfrastruktur.

4.  Kommunale Förderungen

Es existieren in zahlreichen Kommunen und Städten Fördermöglichkeiten bei der Anschaffung von E-Autos für Unternehmen. Städte wie beispielsweise München und Regensburg haben eigene Förderprogramme lanciert. Jene unterliegen jedoch meist eigenen Kriterien zur Fördermittelzuwendung, sodass eine Aufzählung hier den Rahmen überschreitet. Für nähere Informationen komm einfach auf uns zu.

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