Mission T: Volkswagen-Konzern will Tesla das Wasser reichen

Mission T: Volkswagen-Konzern will Tesla das Wasser reichen

Freitag, 29. Mai 2020

Angesichts dieser Überschrift mag der eine oder andere Leser verwirrt zu sein. Wie kein anderer Fahrzeugbauer treibt Volkswagen seine Elektrifizierungs-Pläne voran. VW selbst hat seine ID.-Familie gegründet, aus welcher der ID.3 in diesem Sommer als erster Vertreter erscheint. Weitere Modelle stehen für die Zukunft bereit und auch bei den anderen Konzernmitgliedern von Audi bis Porsche sind E-Autos schon verfügbar sowie die nächsten in der Vorbereitung. Trotzdem sieht sich der Konzern noch nicht auf Augenhöhe mit Pionier Tesla. Daher bestehen Pläne zu einer neuen Offensive.

Über diese Vorhaben berichtet das „Manager Magazin“. Demnach soll 2025 ein „Tesla-Fighter“ veröffentlicht werden. Die Vorstände der Marken und des Konzerns haben ihre Ziele in einem als „Mission T“ bezeichneten Workshop definiert. Für das Projekt trägt Markus Duesmann die Verantwortung, der als Audi-Chef fungiert und erst kürzlich von BMW wechselte.

Audi e-tron Gran Tourismo Elektroauto Seitenansicht
Fotos: Volkswagen (oben), Audi (unten)

Der Grund für „Mission T“ ist folgender: Die Vorstände kamen im Rahmen einer Bestandsaufnahme zur Erkenntnis, dass sich die bislang entwickelten Elektroautos der Marken VW, Porsche und Audi nur in Teilbereichen mit Branchenprimus Tesla auf Augenhöhe befinden. Fahrzeuge wie der Audi e-tron oder der Porsche Taycan liegen beispielsweise in Sachen Reichweite hinter den Modellen von Tesla. Ebenso lässt sich die Software der Stromer nicht derart komfortabel über das Netz aktualisieren. Software ist auch beim VW ID.3 das passende Stichwort, denn offenbar haben aktuelle Probleme zur Folge, dass das als „Volks-Stromer“ beworbene E-Auto vorerst mit limitiertem Funktionsumfang auf den Markt rollt.

Doch nicht nur zum ID.3 gibt es ernüchternde Meldungen. Laut „Manager Magazin“ bereite auch der Porsche Taycan Sorgen. Vermutlich müssen die Akkus von sehr früh ausgelieferten Modellen ausgetauscht werden. Wie es heißt, befürchte das Management „ein Haltbarkeitsdefizit“. Der Tesla-Fighter soll das Markenlogo von Audi tragen. Für die Umsetzung zeigt sich dem Bericht zufolge eine eigens ins Leben gerufene Organisation zuständig, die losgelöst vom eigentlichen Entwicklungsressort des Konzerns agiert. Das Wirtschaftsblatt schreibt zudem, dass für das Konkurrenzmodell Mission T eine neue Elektronikarchitektur entstehen müsse. Ob es sich dabei um die PPE-Plattform handelt, an der Audi gemeinsam mit Porsche arbeitet oder ein vollkommen neuer Anlauf genommen wird, ist derweil noch nicht bekannt.