Bundesregierung plant Investitionen in Batteriezellfertigung

Bundesregierung plant Investitionen in Batteriezellfertigung

Dienstag, 13. November 2018

Einer der Kritikpunkte, der häufiger im Zusammenhang mit Elektromobilität auftaucht, richtet sich an die Produktion der Batteriezellen. Deutsche Hersteller fertigen diese nicht selbst an, sondern sind stattdessen von asiatischen Ländern wie Korea, China und Japan abhängig. An diesem Umstand möchte die Bundesregierung, allen voran das Wirtschaftsministerium, etwas ändern. Zu diesem Zweck sind Investitionen von einer Milliarde Euro vorgesehen, um eine Batteriezellfabrik in Deutschland zu errichten.

Mitgeteilt hat das am heutigen Dienstagnachmittag Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Zuvor kam es zu einem Treffen mit EU-Energiekommissar Maros Sefcovic. Die Förderung deckt sich mit der sogenannten Beihilferegelung der Europäischen Union. Sie ist vorgesehen, heimische Wirtschaftszweige zu unterstützen. In diesem Falle richtet sich die Unterstützung ganz klar an die Automobilindustrie. Eine eigene Batteriezellfertigung bedeutet weniger Abhängigkeit von Partnern. Weiter gedacht, lässt sich damit auch einem Bedeutungsverlust entgegenwirken – schließlich handelt es sich hier um eine Schlüsseltechnologie für Elektromobilität.

Batteriezellproduktion BMWi Altmaier Twitter
                                       Fotos: Shutterstock (oben), Twitter BMWi Bund

Das Wirtschaftsministerium gibt als Ziel aus, bis 2030 einen Anteil von 30 Prozent der Produktion aus Deutschland, respektive Europa im weltweiten Vergleich zu erreichen. Diverse Unternehmen haben laut Altmaier bereits Interesse signalisiert, sich an der Produktion von Batteriezellen zu beteiligen. Als Namen tauchen neben dem Autobauer Ford der Batteriekonzern Varta sowie der Chemie-Riese BASF auf. Ebenso mangelt es nicht an möglichen Standorten für die Produktionsstätte. Die Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Sachsen-Anhalt gelten als potenzielle Bewerber.

Perspektivisch sind gar mehrere Standorte angedacht. Offenbar lassen sich auch Kooperationen mit Nachbarländern wie Österreich, Polen oder Frankreich in Erwägung ziehen. Die Entscheidung zu den geplanten Investitionen für die Batteriezellfabrik soll bis spätestens März 2019 getroffen werden. Gegenwärtig ist es Usus, dass die renommierten deutschen Fahrzeughersteller wie Volkswagen, BMW oder Daimler auf Zulieferer angewiesen sind, die sie mit den einzelnen Komponenten versorgen. Sie übernehmen im letzten Schritt nur noch die Montage.