Deutscher E-Auto-Hersteller e.GO will seine Produktion verdoppeln

Deutscher E-Auto-Hersteller e.GO will seine Produktion verdoppeln

Donnerstag, 01. März 2018

Das Aachener Startup e.Go Mobile hat mit seinem ersten E-Auto, dem e.GO Life, bereits in der Vergangenheit für Aufsehen sorgen können. Der kompakte Kleinwagen weiß mit einem geringen Gewicht, einer für den Stadtverkehr absolut genügenden Reichweite sowie einem attraktiven Preis zu überzeugen. Der Serienstart für das Fahrzeug, das an der RWTH Aachen entwickelt wurde, ist für den Mai geplant.  Änderungen gibt es hinsichtlich der Produktionskapazität: Diese will e.GO Mobile deutlich erhöhen.

Günther Schuh, der Vorstands-Chef des Aachener Unternehmens, hat gegenüber der „Automobilwoche“ nun erklärt, dass die Produktion des Elektroautos verdoppelt wird. Anstelle der eigentlich geplanten 10.000 Modelle pro Jahr, rechnet e.GO Mobile stattdessen mit 20.000 Stück. Um dieses Vorhaben zu realisieren, braucht das Startup 110 Millionen Euro. Das stelle jedoch kein Problem dar.

Schuh fungierte vor seinem Engagement bei e.GO Mobile als Mitbegründer des Unternehmens Streetscooter. Dieses ist unlängst als Tochter an die Deutsche Post verkauft worden und fertigt Zustellfahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb. Durch eben diesen Verkauf stünden e.GO vorerst ausreichend Gelder zur Verfügung, erklärt Schuh. Je nachdem, wie hoch die Nachfrage sei, ist auch eine Arbeit im Drei-Schicht-System denkbar. Für die Produktion von mindestens 15.000 E-Autos im kommenden Jahr sind laut Aussagen des Vorstands-Chefs noch einmal zusätzliche Kosten von bis zu 120 Millionen Euro einzukalkulieren. Diese sollen gemeinsam mit den Investoren gestemmt werden.

 

e.Go Mobile Modellpalette e.GO LifeFotos: e.GO Mobile

 

Die ersten Kunden erhalten den e.GO Life aller Voraussicht nach im Oktober dieses Jahres. Das kompakte Elektroauto zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen Preis gegenüber anderen Herstellern aus. Die Strategie des Startups besteht darin, diverse Komponenten hinzuzukaufen. So bleiben einige Aufwendungen erspart. Um ein Beispiel zu nennen: Anstelle eines eigenen, kostenintensiven Presswerks für die Karosserie lässt e.GO diese von einem Kofferhersteller aus Thermoplast liefern.

Der e.GO Life wird in drei Modellvarianten angeboten, die über verschieden starke Akkus verfügen und damit entsprechend je nach Kapazität auch entsprechend unterschiedliche Reichweiten erlauben. Dabei schafft es die kleinste Batterie aber immerhin bereits auf gut 100 Kilometer im Stadtverkehr. Für die kommenden Jahre hatte das Startup bereits in der Vergangenheit weitere E-Modelle angekündigt. Bis 2022 sollen zudem bis zu 100.000 E-Autos in vier Werken in Aachen produziert werden.