Die Zukunft von BMW fährt am Polarkreis – iNext aktuell im Härtetest

Die Zukunft von BMW fährt am Polarkreis – iNext aktuell im Härtetest

Mittwoch, 06. Februar 2019

Wie die übrigen deutschen Autobauer hat auch BMW mehrere E-Autos angekündigt, welche in den kommenden Jahren auf den Markt rollen werden. Eine ganz besondere Rolle nimmt bei den Münchenern der iNext ein. Sie bezeichnen den Stromer selbst als „das Auto der Zukunft von BMW“. Dementsprechend viele Hoffnungen ruhen auf dem Modell, welches aller Voraussicht nach dann auf den Namen i5 getauft wird. Derzeit ist es am Polarkreis einem Härtetest ausgesetzt.

Im herstellereigenen Wintertestzentrum muss sich der BMW iNext aktuell unter Beweis stellen. Das schwedische Arjeplog ist am Polarkreis gelegen und somit ein idealer Ort, um zu prüfen, wie die komplette Technik auf extreme Kälte und die damit verbundenen Fahrbahneigenschaften reagiert. Hier wird von einer sogenannten „Gesamtfahrzeugerprobung“ gesprochen. Frostige Temperaturen stellen schließlich eine besondere Herausforderung für Bauteile wie den Akku, den Motor oder auch das Kühlsystem dar. Ziel ist es am Ende, vom Allradantrieb bis zur Fahrwerkstechnik alle Komponenten optimal aufeinander abzustimmen.

BMW iNext Elektroauto Erlkönig_2

Laut BMW liegt einer der Schwerpunkte der Tests beim Energiemanagement des eDrive Systems. Ergründet wird, in welchem Maße die extreme Kälte Einfluss auf das Aufladen der Hochvoltbatterie, die Abgabe von Strom an den Motor sowie den Betrieb von Heizung und Klimaanlage nimmt. Interessant sind die aktuellen Analysen mit dem BMW iNext längst nicht nur aus technischer Sicht. Wie sich anhand der Fotos des Erlkönigs erkennen lässt, hat sich das E-Auto gegenüber seiner Premiere im Oktober 2018 auf dem Pariser Autosalon verändert.

Damals sorgte das Design des Wagens durchaus für Diskussionsstoff, da es stark futuristisch anmutete. Womöglich gestalten die Münchener das Elektroauto letztlich doch eine Nuance konservativer als ursprünglich angenommen. Ein Beispiel dafür ist die Tatsache, dass der Erlkönig keine gegenläufig öffnenden Türen mehr vorweist. Generell wirkt die Formsprache des künftigen i5 gegenüber der Studie abgemildert und erinnert mehr an einen konventionellen Crossover. Charakteristische Merkmale sind unter anderem die flache Motorhaube sowie das steil abfallende Heck. Aufgrund der Tarnung lässt sich jedoch nicht vollends erkennen, ob die markante BMW-Niere an der Front etwas verkleinert wurde.

BMW iNext Elektroauto Erlkönig_1
Fotos: BMW Group (3)

Abzuwarten bleibt, ob die Bayern auch beim Interieur etwas zurückrudern. Die Studie zeigte ein loungeartiges Design. Anstelle von Knöpfen war eine Bedienung nur per Touch, Gesten und Sprachsteuerung vorgesehen. Der iNext überlässt dem Nutzer, ob dieser selbst fahren möchte oder das E-Auto automatisiert unterwegs sein soll. Technische Details sind bislang noch Mangelware. Im Gespräch ist jedoch eine Reichweite von 550 bis 750 Kilometern mit einer Akkuladung. Aus dem Stand schafft es der Stromer wohl in weniger als drei Sekunden. Die Serienproduktion startet 2021 im BMW-Werk in Dingolfing.