Von einem E-Auto, das mitwächst: Studie Renault Morphoz

Von einem E-Auto, das mitwächst: Studie Renault Morphoz

Montag, 02. März 2020

Für den Stadtverkehr und alltägliche Pendlerfahrten einen Kompaktwagen – für Reisen und längere Touren ein großzügigeres Modell. So oder so ähnlich dürften zahlreiche Familienhaushalte aufgestellt sein. Doch was wäre, wenn ein Auto gleich beide Rollen einnimmt? Renault hat mit dem Morphoz einen Stromer als Studie entwickelt, den genau diese Variabilität auszeichnet. Was zunächst wie Zukunftsmusik anmutet, ist vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt.

Zwei Modi bietet der Renault Morphoz an und ist dabei nicht nur unterschiedlich groß, sondern bringt auch darauf abgestimmte Leistungsdaten mit. Im City-Modus beträgt seine Länge 4,4 Meter, womit er sich mit dem Megane vergleichen lässt. Der integrierte 40 kWh fassende Akku erlaubt eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Demgegenüber wächst der Stromer im Travel-Modus um ganze 40 Zentimeter auf dementsprechend 4,8 Meter, sodass er dann schon dem Renault Talisman ähnelt. Mit der Länge legt auch der Radstand von 2,73 auf 2,93 Meter zu.

Indem sich das Fahrzeug ausdehnt, steht zusätzlicher Platz für einen Energiespeicher zur Verfügung. Somit kann sich eine weitere, 50 kWh fassende Batterie hinzugesellen. Das ergibt in der Gesamtheit eine Kapazität von 90 kWh, die dem Renault Morphoz zu einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern am Stück verhilft – gerade für längere Autobahnfahrten optimal. Mehr Power bekommt auch der Motor, dessen Leistung von 100 kW auf 160 kW ansteigt. Doch nun stellt sich die zentrale Frage: Wie kann das Fahrzeug länger werden?

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Fotos: Renault (2)

Der Morphoz ist dazu in der Lage, sein Heck hinter der C-Säule auszufahren. Während die beiden Hinterräder stillstehen, rollen die Vorderräder um 20 Zentimeter nach vorn. Der vordere Bereich des E-Autos wird verlängert, um die Aerodynamik zu optimieren. Nicht nur der Kofferraum hält nach dieser Verwandlung mehr Kapazitäten bereit, sondern auch im Fußraum ist mehr Bewegungsfreiheit vorhanden.

Diese Streckung kann das Fahrzeug allerdings nicht an jedem beliebigen Ort vollziehen. Dafür müssen die Nutzer eine speziell dafür eingerichtete Station anfahren. Dort nimmt der Morphoz den Zusatz-Akku entgegen. Das geschieht vollautomatisch und binnen weniger Sekunden. Auf die gleiche Weise schrumpft das innovative E-Auto auch wieder. Basis für den Stromer ist die neue modulare Plattform CMF-EV, die von der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi entwickelt wurde und ausschließlich für elektrische Modelle vorgesehen ist. Der Morphoz, der sich laut Unternehmensaussagen vor allem an junge Familien richtet, soll einen Ausblick auf die nächste Generation an E-Fahrzeugen der Marke geben und könnte in den kommenden Jahren realisiert werden.