Aufladen eines Elektroautos

Eine Statistik des Bundesverbandes eMobilität hat ergeben, dass 80 Prozent der Fahrer von E-Autos ihren Pkw zuhause aufladen. Schon hier bieten sich zwei verschiedene Varianten an: Entweder an der klassischen Haushaltssteckdose oder mit Hilfe einer speziell dafür installierten Wandladestation. Dazu gibt es noch die öffentlichen Ladesäulen, die auch gern umgangssprachlich als Stromtankstellen bezeichnet werden. Per Smartphone App lassen sich diese im jeweils aktuellen Umkreis finden.

Dem E-Auto neue Energie zuführen ist darüber hinaus an Restaurants, in Parkhäusern, auf Supermarktparkplätzen, an speziellen Straßenlaternen und vielen weiteren Einrichtungen und Orten möglich. Um die Elektromobilität in Deutschland zu fördern, wird das Netz an Ladestationen kontinuierlich ausgebaut. Alles Wichtige rund um das Aufladen von E-Autos erwartet dich auf dieser Seite.

1.  Das Laden im Allgemeinen

Die Frage, wie schnell sich das Elektroauto gegenüber den Verbrennungsfahrzeugen durchsetzt, hängt in ganz entscheidendem Maß von den Bedingungen rund um die Energiezufuhr ab. Wie lange dauert das „Auftanken“ mit Strom, wo ist es möglich, wie gut ist die Infrastruktur an Ladestationen ausgebaut – all das sind wichtige Fragen, die damit in Verbindung stehen. Durch das Fahren mit Diesel- oder Benzinfahrzeugen sind es die Autobesitzer gewohnt, nur kurze Unterbrechungen einzuplanen, wenn die Kapazitäten zuneige gehen. Beim E-Auto geht das – zumindest nach aktuellem technischem Stand – nur bedingt. Stattdessen sind selbst an Schnellladestationen Wartezeiten von 30 bis zu 60 Minuten keine Seltenheit. Mehrere Stunden fallen unterdessen an der heimischen Haushaltssteckdose an.

Die Reichweite der E-Autos kann ebenfalls noch nicht mit der eines Verbrenners mithalten und somit ist es in kürzeren Abständen nötig, neue Energie für das Fahren zuzuführen. Zwar ist für die Zukunft zu erwarten, dass die verbauten Akkus noch mehr Kapazitäten bereitstellen, schneller aufladbar sind und obendrein leichter ausfallen – dennoch muss ein flächendeckendes Netz an sogenannten Stromtankstellen vorhanden sein. Dieser Aspekt gilt als entscheidend, damit die Elektromobilität noch mehr an Beliebtheit gewinnt.

Viele potenziell Interessierte zögern gerade deswegen und fürchten, unterwegs liegenzubleiben, weil keine Ladestation in der Nähe ist. Dafür existiert gar der Begriff der Reichweitenangst, der seinen Ursprung in den USA hat und als „range anxiety“ abgeleitet wurde. Allein diese Tatsache zeigt, dass das Aufladen und die Versorgung an Stromtankstellen ein wichtiges Anliegen der Menschen ist. Dementsprechend gilt es auch, Licht ins Dunkle zu den verschiedenen Lademöglichkeiten zu bringen. Zuvor macht es jedoch Sinn, sich mit der Ladedauer zu befassen.

1.1 Die Ladedauer bei einem E-Auto und wovon sie abhängt

Geht es um E-Autos, führt wohl kein Weg an der US-amerikanischen Marke Tesla vorbei. Als ein Pionier der Technologie steht das Unternehmen untrennbar mit dem elektrischen Fahren in Verbindung. Daher ist vermutlich schon vielen die Bezeichnung des Tesla Superchargers begegnet. An diesen Stromtankstellen, die eine besonders hohe Ladeleistung bereitstellen, ist der Akku des Fahrzeugs in rund 20 Minuten wieder bei vollen Kräften. Der Hersteller beweist damit zwar, dass die Energiezufuhr von E-Autos absolut komfortabel gelingt, jedoch ist das freilich noch nicht mit allen erhältlichen Modellen möglich.

Wie lange es dauert, den eigenen Wagen vollständig aufzuladen, kann nicht mit einer allgemeingültigen Aussage bestimmt werden. Dafür spielen mehrere Faktoren hinein, die die tatsächlich erforderte Zeit beeinflussen. Dazu gehört zum Beispiel die Kapazität des Akkus. Sie gibt an, wie viel Energie das Fahrzeug speichern kann. Zum besseren Verständnis hilft hier ein bildlicher Vergleich: Ein großer Tank bei einem Benziner oder Diesel benötigt eine höhere Menge an Litern Kraftstoff, bis er wieder vollständig aufgefüllt ist. Somit ist der Tankvorgang bei einem Fahrzeug mit einer Kapazität von 40 Litern schneller abgeschlossen als bei einem Wagen, in den 70 Liter passen. Nicht anders verhält es sich bei E-Autos und ihren Akkus. Je mehr Kilowattstunden aufgenommen werden, umso mehr Zeit erfordert die Energiezufuhr.

Der Ort, an dem die Aufladung erfolgt, ist ebenfalls entscheidend. An einer Haushaltssteckdose ist die Ladeleistung mit etwa 2,3 Kilowatt gegenüber einer öffentlichen Ladesäule oder gar einer Schnellladesäule deutlich geringer. Dort beträgt sie je nach Art der Station zwischen dem Fünf- und dem knapp 25-Fachen. Um auch hier bildlich zu sprechen: Je mehr Strom aus der Leitung zum Akku des E-Autos fließt, umso schneller ist dieser wieder aufgefüllt.

Der dritte wichtige Faktor, der die Dauer der Energiezufuhr beeinflusst, ist die Ladetechnik des Fahrzeugs selbst. Die verschiedenen Modelle variieren auch oftmals, was die Ladeleistung in Kilowatt angeht. Ganz konkret richtet es sich hier nach dem verbauten Ladegerät, das auch als On-Board-Charger bezeichnet wird. Dieses entscheidet, wie viel Energie das E-Auto auf einmal aufnehmen kann. Einphasige Ladegeräte sind grundsätzlich auf 7,4 Kilowatt begrenzt, wobei im deutschen Stromnetz gar nur 4,6 Kilowatt pro Phase zulässig sind, um sogenannte Schieflasten zu vermeiden. Dreiphasige Ladegeräte in E-Autos ermöglichen eine schnellere Energiezufuhr.

Nicht zuletzt hängt auch der Zustand des Akkus selbst davon ab, wie lange es für das Laden braucht. Bis zu 20 Prozent sowie nach Erreichen von 80 Prozent der Kapazität dauert die Energiezufuhr grundsätzlich länger. Ebenso hat die Außentemperatur noch Einfluss. Idealbedingungen herrschen bei 15 bis 25 Grad Celsius. Vor allem frostige Temperaturen verzögern das Aufladen, weil sich durch die Kälte innerhalb der Batteriezellen die Geschwindigkeiten der chemischen Prozesse verringern. Eine zu große Hitze ist jedoch ebenfalls geringfügig hinderlich.

Noch einmal zusammengefasst, hängt die Ladedauer eines E-Autos von folgenden Faktoren ab:

  • Ladetechnik (verbautes Ladegerät) des jeweiligen Modells
  • Kapazität des Akkus
  • Zustand des Akkus und Außentemperaturen
  • die Art der Energiequelle und die damit verbundene Ladeleistung

1.2 Die Ladedauer eines E-Autos selbst ermitteln

Die Hersteller geben für die anfallende Ladezeit grundsätzlich Richtwerte aus. Alternativ lässt sich auch direkt nachfragen und um eine Auskunft bitten. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Dauer selbst zu berechnen, was jedoch nur einen Durchschnittswert ergibt. Mit folgender Formel gelingt das:

Akkukapazität (in kWh) : Ladezeit der Stromquelle (in W) = etwaige Ladedauer

Angenommen ein Fahrzeug verfügt über einen Akku, der 30 Kilowattstunden (kWh) speichert. Dieses E-Auto wird an einer Haushaltssteckdose geladen, die grundsätzlich 2,3 Kilowatt bereitstellt. Somit müssten die 30 Kilowattstunden der Kapazität durch die 2,3 Kilowatt der Ladeleistung geteilt werden. Als Ergebnis sind rund 13 Stunden an der heimischen Steckdose einzuplanen.

Das bleibt jedoch – wie bereits erwähnt – eine Orientierung. Aufgrund der aufgezählten Einflüsse wie der Außentemperatur und dem Batteriezustand kann es schließlich zu einer noch längeren Wartezeit kommen.

Gerade, wenn der Akku zu mehr als 80 Prozent entladen ist, sollten bis zu 30 Minuten mehr eingeplant werden. Bis 20 Prozent erreicht sind und nach 80 Prozent ist grundsätzlich eine etwas herabgesetzte Ladegeschwindigkeit zu konstatieren. Aus diesem Grund, aber auch zur Verlängerung der Lebenszeit der Batterie geben die Hersteller von E-Autos die Empfehlung aus, sich nach Möglichkeit immer im Bereich von 80 bis 20 Prozent aufzuhalten. Schnellladungen sind sogar dafür bestimmt, nur bis zu einem Akkustand von 80 Prozent Energie zuzuführen. Zudem ist nicht jedes E-Auto darauf ausgerichtet oder bringt die technischen Voraussetzungen mit, um die komplette Ladeleistung der Stromquelle vollständig zu nutzen.

2.  E-Tankstellen: Öffentliche Ladestationen

Nach dem Vorbild klassischer Tankstellen für Kraftstoff existieren für E-Autos sogenannte Stromtankstellen, die auch als Ladestationen bezeichnet werden. In der Behördensprache hat sich zudem der Begriff Ladepunkt etabliert. Vom äußeren Erscheinungsbild herrscht große Ähnlichkeit zu einer herkömmlichen Zapfsäule.

Grundsätzlich sind diese Ladestationen Vorrichtungen, die dafür vorgesehen sind, dem E-Auto neue Energie zuzuführen. Und genau daher kommt ihnen eine immens wichtige Rolle zu. Der Großteil der Nutzer elektrischer Fahrzeuge lädt zwar daheim auf, aber gerade bei längeren Strecken sind wegen der begrenzten Reichweiten Stromtankstellen unerlässlich.

Daher ist auch die Bundesregierung intensiv darum bemüht, die Infrastruktur kontinuierlich zu verbessern und damit das Netz an Ladestationen weiter auszubauen. Nur, wenn schließlich eine ausreichende Versorgung derartiger Stromtankstellen gewährleistet ist, werden sich auch mehr Menschen zum Kauf eines E-Autos entscheiden. Im Umkehrschluss erweist sich das als notwendig, um die Elektromobilität hierzulande weiter voranzubringen.

Es lässt sich grob zwischen herkömmlichen Ladestationen und Schnellladesäulen unterscheiden. Der Vorteil einer Stromtankstelle besteht darin, dass sie in den meisten Fällen ein Aufladen ohne besonders lange Wartezeiten ermöglicht. Beim Schnellladen kann das Fahrzeug im Idealfall auf einen Akkustand von 80 Prozent innerhalb von rund 30 Minuten gebracht werden. Das ist jedoch immer von der tatsächlic

2.1 Infrastruktur

Der Ausbau des Netzes an Stromtankstellen schreitet von Jahr zu Jahr voran. So hat sich allein im Zeitraum von Anfang 2017 bis zum ersten Quartal 2018 die Anzahl der Ladepunkte von gut 19.000 auf mehr als 24.500 vergrößert. Die Summe der Ladestationen wuchs im gleichen Zeitraum von rund 6.400 auf etwas mehr als 8.300 an.

In der Vergangenheit fiel die Verteilung der landesweiten Stromtankstellen ungleichmäßig aus. Als besonders gut versorgt galten Regionen wie der Stuttgarter Raum, das Ruhrgebiet oder der Bereich Nürnberg-Erlangen. Mittlerweile ist aber eine merklich verbesserte Versorgung zu konstatieren. Nicht nur in Großstädten und Ballungsgebieten sind Ladestationen vorhanden, sondern auch in ländlichen Regionen lassen sie sich flächendeckend vorfinden.

Dabei sind Ladestationen längst nicht nur an Schnellstraßen und Autobahnen anzutreffen, sondern oftmals besteht auch eine Verknüpfung mit anderen Einrichtungen. Dennoch ist es nicht unüblich, dass Ladepunkte an konventionellen Tankstellen für Benzin und Diesel integriert werden. Das hängt unter anderem auch mit der Technologie der Plug-in-Hybride zusammen. Diese benötigen elektrische Energie und Kraftstoff. E-Autos können diese Stationen natürlich zum Aufladen des Akkus gleichermaßen nutzen.

Damit sind jedoch längst nicht alle Möglichkeiten genannt, wo sich ein elektrisches Fahrzeug mit neuer Energie versorgen lässt. Gängig sind zudem sogenannte Park & Charge Systeme. Hier verbindet der Besitzer sein E-Auto mit der Ladestation und überbrückt die Wartezeit. Deswegen sind derartige Stationen unter anderem in Parkhäusern, an Bahnhöfen, diversen Einkaufszentren, Supermarkt-Parkplätzen, Cafés, Restaurants, Hotels, städtischen Einrichtungen und Autohäusern zu finden.

Eine zukunftsweisende Idee stammt vom Fraunhofer Institut aus dem Jahre 2014. Sogenannte Charge Lounges sind als spezielle Form der E-Tankstelle zu verstehen. Der Fahrer verbringt für die Dauer des Ladevorgangs seine Zeit, indem er etwa einen kostenfreien Kaffee in Anspruch nimmt oder das frei verfügbare WLAN-Netz nutzt.

Teilweise sind Vorrichtungen zum Laden eines E-Autos sogar kostenfrei nutzbar. Viele der Stromtankstellen werden aber von Energieversorgern und anderen privaten Anbietern bereitgestellt, sodass in aller Regel für den zugeführten Strom bezahlt werden muss.

2.2 Regelungen zu öffentlichen Ladestationen

Was das Aufladen von elektrischen Fahrzeugen an öffentlich zugänglichen Punkten angeht, so gibt es insbesondere zwei gesetzliche Regelungen, die erwähnenswert sind. Wie bereits angedeutet, wird in der Amtssprache offiziell von einem Ladepunkt gesprochen. An dieser Stelle lohnt es sich zunächst, diese Definition genauer zu betrachten.

Ein Ladepunkt gilt demnach als eine Einrichtung, an der zur gleichen Zeit ausschließlich ein Fahrzeug mit Energie versorgt werden kann. Verfügt eine Ladesäule über mehrere Anschlüsse, bedeutet es demnach, dass sie mehrere Ladepunkte bereithält. Von einem öffentlichen Ladepunkt kann in mehrerlei Hinsicht gesprochen werden. Auf der einen Seite, wenn er sich im öffentlichen Verkehrsraum befindet. Andererseits auch dann, wenn der Ladepunkt zwar auf einem privaten Grundstück steht, es aber nicht eindeutig erkennbar ist, wer den dazugehörigen Parkplatz befahren darf.

So viel zur gesetzlichen Definition. Eines der wichtigsten, verabschiedeten Gesetze im Rahmen der öffentlichen Bereitstellung von Ladepunkten ist die sogenannte Ladesäulenverordnung, die der Einfachheit halber auch als LSV abgekürzt wird. Das Bundeswirtschaftsministerium hat sie im März 2016 veröffentlicht und sich dabei auf eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2014 berufen. Das Gesetz zielt darauf ab, eine einheitliche Ladeinfrastruktur zu schaffen. Dementsprechend gilt der Stecker Typ 2 als der verpflichtende Standard an öffentlichen Ladepunkten. Zusätzlich darf die Ladesäule zwar noch andere Stecker bereithalten, doch eigenständig und somit ohne den Typ 2 wäre sie nicht mehr zulässig.

Im März 2017 kam es dann zu einer Änderung der Ladesäulenverordnung. Mit der Korrektur wurde festgelegt, dass die Betreiber von Ladepunkten jedem Besitzer eines E-Autos das Aufladen ermöglichen müssen, ohne dass sich dieser zuvor authentifizieren oder einen langfristigen Vertrag abschließen muss. Neben der kostenlosen Bereitstellung sind verschiedene Zahlungsmethoden zugelassen:

  • Barzahlung in unmittelbarer Nähe des Ladepunktes
  • Zahlung über ein webbasiertes System
  • Zahlung über ein gängiges kartenbasiertes Zahlungssystem / Zahlungsverfahren

Mit dieser Bestimmung soll es unabhängig vom Betreiber, der jeweiligen Kommune oder dem Land möglich sein, das E-Auto mit Energie „aufzutanken“. Weniger Einschränkungen stellen wiederum die Voraussetzung dar, um das Elektromobil weiter zu fördern. In der Konsequenz geht es im nächsten Schritt darum, bei Bedarf unterwegs die nächste Ladestation möglichst unkompliziert ausfindig zu machen.

2.3 Finden der nächsten Stromtankstelle

Hersteller Tesla geht auch beim Auffinden der nächsten Stromtankstelle als Pionier voran. In das im Fahrzeug installierte Navigationssystem integrierte das Unternehmen als erstes die Suche nach der nächsten Ladestation. Somit kann einfach eine Gelegenheit im aktuellen Umfeld angefahren werden, falls die Kapazitäten des Akkus verringert sind.

Alternativ dazu bieten sich auch andere Möglichkeiten an, wie sich die nächste Stromtankstelle ausfindig machen lässt. In herkömmlichen Navigationssystemen oder Straßenkarten sind nur in den seltensten Fällen Ladepunkte gekennzeichnet. Stattdessen empfiehlt es sich, etwa entsprechende Online-Verzeichnisse zu nutzen. Sie sind eine Art Datenbank, in der auf einer Karte die einzelnen Vorrichtungen nachzuvollziehen sind.

Gleichzeitig geht auch von den Herstellern der E-Autos ein nützlicher Service aus. Über deren Online-Auftritte sind ebenfalls interaktive Karten mit Ladestationen einzusehen. Zusätzlich kommen darin Informationen vor, wie beispielsweise die Anzahl der vorhandenen Ladepunkte.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, eine App zu nutzen. Das Smartphone haben die meisten Menschen ohnehin unterwegs immer dabei. Anwendungen dieser Art halten sowohl die Hersteller der E-Autos selbst bereit, als auch diverse Drittanbieter. Mit Unterstützung des GPS Signals des Mobiltelefons macht die App die in der Nähe lokalisierten Ladepunkte ausfindig und kann den Weg dorthin aufzeigen. Eine Auswahl der gängigsten Anwendungen haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Plugfinder

Die Anwendung hat alle Ladesäulen im europäischen Raum parat. Nachdem zunächst die aktuelle Adresse eingegeben wurde, zeigt die App die nahegelegenen Stromtankstellen auf. Dem Nutzer ist darüber hinaus die Möglichkeit gegeben, in bestimmte Bereiche der Karte zu zoomen und den gewünschten Bereich noch genauer zu definieren. Zusätzlich zum Standort, inklusive der exakten Adresse, sind Informationen wie die vorhandenen Stecker ersichtlich.
Kompatibel mit: Android, iOS und Windows Phone

LEMnet

Nachdem der Fahrer des E-Autos seinen gewünschten Standort eingetragen hat, liefert die App alle in der Nähe gelegenen öffentlichen Ladepunkte. Darüber hinaus bietet sie mehrere Filteroptionen, um die Suche noch komfortabler zu gestalten. Praktisch ist an der Anwendung zudem, dass die Nutzer selbst neue Standorte von Stromtankstellen eintragen können, sofern diese noch nicht enthalten sein sollten. Auf diese Weise werden die Informationen ständig aktuell gehalten. Für mehrere europäische Länder steht sogar Kartenmaterial zum Download bereit – dieses lässt sich dann wiederum auf das Navigationssystem laden.
Kompatibel mit: Android und iOS

E-Tankstellenfinder

Wie LEMnet bietet auch diese App die Option an, sich Informationen zu den Standorten der Ladesäulen herunterzuladen und diese auf das Navigationssystem zu übertragen. Alternativ dazu kann in der Anwendung mit Hilfe von Filtern nach dem passenden Steckertyp, der notwendigen Stromstärke sowie den Öffnungszeiten und den anfallenden Kosten gesucht werden.
Kompatibel mit: Android und iOS

SmartTanken

Eine weltweite Suche nach Ladepunkten ermöglicht diese App, die zu den einzelnen Stationen noch Detailansichten bietet. Dort sind neben der Adresse auch die aktuelle Verfügbarkeit, der Anbieter, die vorhandenen Anschlüsse, die Stromart sowie die zu erwartenden Preise dargestellt. Ist ein passender Standort gefunden worden, kann der Nutzer diesen in die Routenplanung übernehmen. Sollte ihm jedoch unterwegs ein Ladepunkt auffallen, der noch in der App fehlt, trägt er ihn ein.
Kompatibel mit: Android und iOS

Plugsurfing

Nicht zu verwechseln mit der App Plugfinder ist die Anwendung Plugsurfing. Zunächst verlangt sie entweder die Eingabe des aktuellen Orts oder der entsprechenden Postleitzahl. Daraufhin veranschaulicht auch diese Anwendung die in der Umgebung vorzufindenden Ladestationen. Zusätzlich hat sie Informationen wie die bereitstehenden Steckertypen, die vorhandene Stromstärke sowie den jeweiligen Anbieter parat. Nützlich ist des Weiteren der Hinweis, ob und wie lange die Stromtankstelle noch belegt ist.
Kompatibel mit: Android und iOS

2.4 Prinzip des Ladens

Wie funktioniert das Laden eines Elektrofahrzeugs – das ist eine Frage, die sich viele noch stellen, wenn es um das Auftanken des E-Autos an einer dafür vorgesehenen Stromtankstelle geht. Dabei ist das Prinzip recht simpel und unterscheidet sich zumindest vom groben Ablauf kaum von dem, wie es bei Diesel- oder Benzinfahrzeugen Usus ist. Auf den Punkt gebracht ließe sich sagen: An die Säule heranfahren, Auftanken, Bezahlen und anschließend weiterfahren.

Allerdings gibt es noch das eine oder andere Detail und daher finden Sie hier den allgemeinen Vorgang noch einmal mit den einzelnen Schritten erklärt. Dabei soll noch darauf hingewiesen sein, dass nicht an jeder Ladesäule das völlig identische Prinzip greift, doch die Abfolge ist dennoch nahezu immer gleich.

  1. Identifikation am Ladepunkt
    Im ersten Schritt identifiziert sich der Nutzer mit seiner entsprechenden Ladekarte seines Anbieters an der Station. Diese hält er vor einen dafür markierten Punkt. Das ist die Voraussetzung, damit die Vorrichtung anschließend entriegelt wird. In aller Regel lässt sich an dieser Stelle auch die gewünschte Stromstärke auswählen, mit der das E-Auto geladen wird.
  2. Kabel anschließen
    Bevor die Energiezufuhr startet, muss das Kabel mit dem Fahrzeug verbunden werden. In Europa ist dafür der Stecker Typ 2 seit 2014 offizieller Standard. In den meisten Fällen ist das Kabel an der Ladestation angebracht – alternativ muss es der Kunde selbst mitbringen. Das stellt aber kein Problem dar, da es zur Ausstattung der E-Mobile gehört. Er schließt es dann an der Steckdose seines E-Autos und am Ladepunkt an. Wo er es zuerst befestigt, spielt bei diesem Schritt keine Rolle.
  3. Laden / Energiezufuhr
    Der gewünschte Tarif ist ausgewählt, das Kabel verbunden – nun verriegelt der Ladepunkt das Kabel für die Dauer der Energiezufuhr. Wenn diese erfolgreich beendet ist, entsperrt es erst wieder. Somit wird gewährleistet, dass der Vorgang nicht unterbrochen oder das Kabel durch Unbefugte entwendet wird.
  4. Abschluss des Ladevorgangs
    Der Ladevorgang endet, wenn der Stecker entriegelt wird. Diesen gilt es, zunächst vom Fahrzeug zu lösen, denn erst dann lässt sich dieser vom Ladepunkt entfernen. Anders als beim herkömmlichen Tanken von Kraftstoff ist hier in den meisten Fällen keine Barzahlung vor Ort vorgesehen. Stattdessen sind die Kundendaten erfasst worden, versehen mit der entnommenen Energiemenge sowie der benötigten Ladedauer. Im Nachgang erhält der Kunde eine Abrechnung, die ihm zugesendet wird und einem Einzelverbindungnachweis bei einem Mobilfunkvertrag ähnelt.

3.  Homecharger

Das Aufladen eines E-Autos unterwegs ist selbstverständlich ein wichtiges Thema für viele Nutzer und auch für viele, die mit dem Gedanken spielen, auf E-Mobilität umzusteigen. Gerade bei längeren Strecken hat dies Relevanz. Dennoch versorgen die meisten Besitzer ihr Elektrofahrzeug daheim mit neuer Energie. Genau genommen sind es laut einer Statistik 80 Prozent, bei denen von sogenannten Homechargern gesprochen wird. Das sind also schlichtweg die Fahrer, die ihren Wagen in der Garage, vor dem Haus oder am Stellplatz aufladen. Für die Heimladung – so der deutsche Begriff – bieten sich zwei grundsätzliche Möglichkeiten an.

3.1 Laden an der Steckdose

Das E-Auto an der herkömmlichen Haushaltssteckdose laden? Für viele mag das noch etwas ungewohnt erscheinen, dass ein Fahrzeug nach dem gleichen Prinzip wie ein Laptop oder ein Smartphone einfach über die Steckdose mit neuer Energie versorgt wird. Doch genau das ist möglich und stellt bei keinem der auf dem Markt erhältlichen Modelle ein Hindernis dar.

Zwar verlangen E-Autos nach Gleichstrom, wobei sowohl in Deutschland als auch im restlichen Europa das Netz mit Wechselstrom betrieben wird – ein Problem bedeutet das aber keineswegs. Im Ladegerät sorgt ein Gleichrichter, der auch Konverter genannt wird, für die automatische Umwandlung des Stroms. Der Vorteil des Ladens an der Haushaltssteckdose besteht darin, dass derartige Schuko-Steckdosen (Schutzkontakt-Steckdosen) überall verfügbar und zumeist auch gut zugänglich sind.

Voraussetzung für die Energiezufuhr an der konventionellen Steckdose ist, dass eine sogenannte In-Kabel-Kontroll-Box vorhanden ist. Diese wird als ICCB abgekürzt, da sie sich aus dem Englischen ableitet, wo von einer In Cable Control Box die Rede ist. Grundsätzlich liegt sie der Standardausstattung des Fahrzeugs bereits bei. Ihre Aufgabe besteht darin, die Energiezufuhr mit einer eingeschränkten Ladeleistung zu ermöglichen, da diese bei Haushaltssteckdosen wesentlich geringer ist als beispielsweise an einer Stromtankstelle. Die ICCB fungiert somit als Schutz- und Kontrollelement, das sich zwischen das E-Auto und die Steckdose schaltet. Somit ist eine ideale Energiezufuhr auch auf einfachstem Wege möglich. Im Übrigen wird die ICCB auch umgangssprachlich als Ziegelstein tituliert, da sie eine ähnliche Größe aufweist und durch eine rechteckige Form gekennzeichnet ist.

So komfortabel das Laden eines E-Autos an der heimischen Steckdose auch erscheinen mag, hat es nicht nur Vorteile. Die vergleichsweise geringe Ladeleistung sorgt dafür, dass mehrere Stunden einzuplanen sind, bis der Wagen wieder komplett mit Energie versorgt ist. Wartezeiten zwischen acht und 14 Stunden sind keine Seltenheit, hängen aber natürlich auch von der Kapazität der Batterie ab. Genau deswegen hat sich auch die Bezeichnung der Schnarchladung oder der Notladung etabliert. Die lange Dauer, bei der das E-Auto am Netz hängt, kann durchaus eine Belastung für das interne Stromnetz darstellen. Schließlich kommt es auch zu einer Wärmeentwicklung.

Viele Experten und auch die Fahrzeughersteller selbst raten deswegen dazu, die Steckdose im Vorfeld prüfen zu lassen, damit Risiken wie Überhitzungen oder Schäden an der Hausinstallation auszuschließen sind. Neue Gebäude sind jedoch weniger gefährdet – ein Check ist trotzdem empfehlenswert. Für Nutzer von E-Autos, die ihr Fahrzeug regelmäßig nach Feierabend für den Weg zur Arbeit am nächsten Tag aufladen möchten, kann die Haushaltssteckdose bereits ausreichen. Es gibt jedoch Alternativen, die mit mehr Flexibilität verbunden sind.

3.2 Wallbox

Die Bezeichnung der Wallbox geht ursprünglich auf den Fahrzeughersteller BMW zurück, der seine Wandladestation für seine E-Fahrzeugmodelle so nannte. Und nichts anderes verbirgt sich hinter dem Begriff: eine Wandladestation. Alternative Bezeichnungen sind:

  • Home Charging Station
  • Wall Connector
  • Wall Charging Station

Letztlich zielen alle Begriffe auf eine Box ab, die mit 400 Volt und entweder 16 oder 32 Ampere an das heimische Stromnetz angeschlossen wird. Sie fungiert als eine Schnittstelle zwischen dem Stromnetz und dem Ladekabelstecker des Fahrzeugs. Komfortabel ist für die Installation der Wallbox, dass ein Starkstromanschluss ohnehin standesgemäß vorliegt, da er etwa für andere Geräte wie den Küchenherd notwendig ist.

Eine sehr vorteilhafte Lösung stellt die Wallbox deswegen dar, weil sie eine wesentlich höhere Ladeleistung bietet als die klassische Steckdose. Mehr bereitgestellter Strom bedeutet im Umkehrschluss, dass der Wagen schneller wieder voll aufgeladen ist. Je nach Kapazität des im E-Auto verbauten E-Akkus beträgt die Wartezeit im Schnitt nur zwei bis sechs Stunden. Üblich sind dabei Ladeleistungen, die sich im Bereich zwischen elf und 22 Kilowatt bewegen. Die Wallbox arbeitet zudem wesentlich effizienter. Wird das E-Auto geladen, sind dort weitere Systeme wie eine Batterieüberwachung aktiv und dafür ist ebenfalls Energie nötig. Durch die verkürzte Ladedauer sorgt die Wallbox dafür, dass sich diese zusätzlichen Komponenten schneller wieder abschalten und demensprechend den Bedarf an Strom wieder senken.

Das ist jedoch längst nicht der einzige Nutzen, den eine Wallbox liefert. Sie vermag außerdem gewissermaßen mit dem E-Auto zu kommunizieren. Konkret heißt das, dass sie für die ideale Stromzufuhr sorgt. Schließlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen und nicht jedes ist dazu in der Lage, die komplette Ladeleistung der Wallbox aufzunehmen. Sofern das der Fall ist, reguliert die Vorrichtung die Energie entsprechend.

Die Installation einer Wallbox nimmt ein Elektriker vor, der unter anderem die Leitung des Starkstromanschlusses zur gewünschten Position verlegt. Damit ist gewährleistet, dass alle Komponenten fachgerecht verbaut sind und es besteht eine Absicherung aus versicherungstechnischer Sicht. Die Gefahr einer Überhitzung ist bei einer Wallbox nicht gegeben und darüber hinaus besonders für Hausbesitzer auf lange Sicht eine ideale Lösung. Als besonders lohnenswert erweist sich die Anschaffung dann, wenn bereits eine Solaranalage vorhanden ist. Die gewonnene Energie reicht in etwa dafür aus, um das E-Auto über das Jahr zu versorgen – und außerdem handelt es sich dann zweifelsohne um „grünen Strom“.

Nicht ohne weiteres kann ein Mieter eine Wallbox installieren lassen, wenngleich auch das grundsätzlich kein Problem darstellt. Es müssen aber im Vorfeld Absprachen getroffen werden. Naheliegend ist es ohnehin, sich zunächst die erforderliche Erlaubnis des Vermieters einzuholen – das will als Grundvoraussetzung verstanden sein. Ein eigener Stellplatz ist ebenfalls eine Bedingung. Idealerweise befindet sich dieser in einer Tiefgarage, da dort das Verlegen des Starkstroms die wenigsten Komplikationen bedeutet. Ganz entscheidend ist aber auch die Frage nach der Abrechnung, also über welche Zähler diese erfolgt. Zu berücksichtigen und dementsprechend zu klären gilt es auch, dass der Mieter vielleicht eines Tages wieder auszieht. Was geschieht dann mit der Wallbox? Der Anreiz für den Vermieter kann aber darin bestehen, dass eine derartige Vorrichtung der eigenen Immobilie für die Zukunft noch mehr Attraktivität verleiht.

Gerade bei Häusern mit mehreren Mietern und mehreren Besitzer von E-Autos können Wallboxes Sinn machen. Insbesondere dann, wenn sie zusätzlich mit einem Lastmanagement-System versehen sind. Ein derartiges, zusätzlich enthaltenes Modul erlaubt dann das Laden von mehr als einem Fahrzeug gleichzeitig.

Idealerweise verfügt die Wallbox noch über eine Zugangsbeschränkung. Damit können nur die berechtigten Nutzer darauf zugreifen, etwa über einen Schlüssel oder einen speziellen Chip. Wenngleich die Anschaffung einer Wallbox zunächst einmal impliziert, dass hier ein zusätzlicher Kostenaufwand entsteht, muss das nicht zwingendermaßen der Fall sein. Einige Hersteller subventionieren die Anschaffung oder bieten sie gar als Extra ohne Zuzahlung zu Kauf an.

3.3 Eigene Ladestation – Das gibt es zu berücksichtigen

Reift bei einem Interessenten der Gedanke, sich eine eigene Ladestation zuhause installieren zu lassen, gilt es im Vorfeld einigen Aspekten Beachtung zu schenken. Welche Punkte dabei besonders erwähnenswert sind, haben wir in einer Checkliste für Sie zusammengefasst:

  1. Ladeleistung des E-Autos
    Hier ist der On-Board-Charger ins Auge zu fassen. Das verbaute Ladegerät kann für verschiedene Ladeleistungen ausgerichtet sein. Üblicherweise bewegen sich diese im Bereich von 3,7 kW bis zu 22 kW. Je höher diese beim eigenen E-Auto ist, umso mehr Strom kann es aufnehmen und folglich gestaltet sich die Ladedauer kürzer. Daran orientiert sich die Ladeleistung der anzuschaffenden Station. Deren Leistung braucht dementsprechend nicht höher zu sein als die des Fahrzeugs – schließlich kann es nicht mehr Energie aufnehmen.
  2. Ladestecker des E-Autos
    Der Aspekt ist dann wichtig, wenn sich der Interessent für den Kauf einer Ladestation mit festem Ladekabel entscheiden möchte. Dieses muss dann auf das eigene Fahrzeug abgestimmt sein. Die Möglichkeit, später auf einen Adapter zurückzugreifen, besteht an dieser Stelle nicht. Trotzdem seit 2014 europaweit der Stecker vom Typ 2 Standard ist, kommen zum Teil bei E-Autos asiatischer oder amerikanischer Herkunft noch andere Varianten vor. Dennoch dürfte bei den meisten Käufern eine Ladestation mit Stecker Typ 2 erforderlich sein.
  3. Mögliche Extras der Ladestation
    Je nach Anspruch und geplantem Einsatz der Ladestation sind Extras wünschenswert. Ein Bedarf besteht etwa bei halböffentlichen oder auch öffentlichen Bereichen, in denen eine gemeinsame Nutzung geplant ist. Um den entsprechenden Personen die Ladestation bereitzustellen und einen Gebrauch durch Unbefugte auszuschließen, macht eine Zugangsbeschränkung in jedem Fall Sinn. Das kann durch einen Chip oder einen Schlüssel geschehen.Damit das Laden mehrerer Fahrzeuge gleichzeitig erfolgen kann, halten manche Ladestationen ein Modul bereit, mit dem sie ein sogenanntes Lastmanagement ermöglichen. Das bedeutet, dass die vorhandene Ladeleistung auf die angeschlossenen E-Autos gleichmäßig verteilt wird.
    Eine Abrechnung ist ebenfalls wünschenswert, wenn es um die gemeinsame Nutzung der Ladestation geht. Allerdings erweist es sich auch dann als hilfreich, wenn die Stromkosten für die Steuererklärung erfasst werden sollen.Um das E-Auto mit „grünem Strom“ zu versorgen, besteht die Möglichkeit, einen Energiemanager zu nutzen. Mit dessen Hilfe lässt sich die Solaranlage mit der Ladestation verknüpfen.

4.  Stecker-Typen für E-Autos in der Übersicht

Nun ist das Thema der verschiedenen Ladestecker bereits mehrfach angeklungen. Obwohl der Typ 2 Stecker für E-Autos seit 2014 zum Standard in Europa avanciert ist, existieren dennoch weitere Varianten. Welche das konkret sind und welche Eigenschaften sie mitbringen, können Sie in der nachfolgenden Übersicht erfahren.

Steckertypen
SteckertypKurzbeschreibung
Typ-1-Ladestecker
  • typischer Stecker asiatischer und nordamerikanischer E-Autos
  • verfügt über fünf Kontakte und ist für bis zu 7,2 Kilowatt Ladeleistung ausgerichtet
  • für den europäischen Markt befindet sich auf Fahrzeugseite der Typ 1, wobei für die Stationsseite der standesgemäße Typ 2 vorkommt
Typ-2-Ladestecker
  • auch bekannt als sogenannter „Mennekes-Stecker“
  • maximale Ladeleistung für öffentliche Stationen beträgt 43 Kilowatt, für Wallboxen im privaten Bereich sind es 22 Kilowatt
  • speziell für das Aufladen von E-Autos konzipiert
  • dafür ausgerichtet, Informationen zwischen Fahrzeug und Ladepunkt auszutauschen
  • seit 2016 Standard bei Wallboxen und öffentlichen Ladestationen
CSS-Stecker
  • CSS steht für „Combined Charging System“ und damit für ein kombiniertes Ladesystem
  • dieser Steckertyp erlaubt dank zwei zusätzlicher Kontakte das Schnellladen in Gleich- und Wechselstromnetzen
  • fahrzeugseitig ist nur noch eine Buchse und damit ein Stecker erforderlich
Standardstecker
  • der als klassischer Haushaltsstecker bekannte Typ
  • alternativ: SchuKo-Stecker (Schutzkontaktstecker)
  • Ladeleistung liegt hier bei 2,3 Kilowatt
  • Kabel mit ICCB (In-Kabel-Kontroll-Box) als Schutz- und Kontrollelement nötig
CEE-Blau-Stecker
  • gilt als „Camping-Stecker“, weil er robust ist und sich daher beim Camping als geeignet erweist
  • maximale Ladeleistung liegt bei 3,7 Kilowatt
  • wie beim Haushaltsstecker ist auch hier eine In-Kabel-Kontroll-Box erforderlich
CEE-Rot-Stecker
  • alternativ: „Dreiphasen-Stecker“ oder „Drehstrom-Stecker“
  • wie CEE-Blau-Stecker auch für Dauerbelastung geeignet
  • Ladeleistung liegt bei 22 Kilowatt
  • hier wird ebenfalls eine In-Kabel-Kontroll-Box benötigt 

 

5.  Stromtankstelle, Wallbox, Steckdose: Welche Lademöglichkeit eignet sich wann?

Ob sich nun die Wallbox als die bessere Lösung herausstellt oder die Stromzufuhr über die einfache Haushaltssteckdose ausreicht, muss der Einzelne selbst für sich entscheiden. Grundsätzlich ist die eigene Ladestation aber mit einem deutlich höheren Maß an Flexibilität verbunden. Das bedeutet, dass keine derart langen Wartezeiten einzukalkulieren sind wie über die Steckdose und das E-Auto schneller wieder bewegt werden kann.

Wenngleich die Wallbox effizienter arbeitet, so gilt auch zu berücksichtigen, dass ihre Anschaffung und Installation einen weiteren Investitionsaufwand bedeuten. Preislich bewegen sich die günstigsten Ausführungen bei etwa 500 Euro, sie können aber auch gut das Doppelte oder noch mehr kosten. Im Idealfall bietet der Hersteller die Option, den Kauf zu subventionieren oder die Wallbox ist beim Fahrzeugkauf on top erhältlich.

In jedem Fall hat die Wallbox ihre Daseinsberechtigung und erlaubt ein komfortables Laden des E-Autos ohne Risiken. Auch überall da, wo mehrere Nutzer ihren Wagen mit Strom versorgen, ist sie eine Ideallösung. Das kann nicht nur in Einfamilienhäusern mit mehreren Fahrzeugen zutreffen, sondern ebenso bei Wohnhäusern mit mehreren Mietparteien oder in Firmen und dergleichen mehr.

Letztlich bleibt noch die Frage zu klären, ob das Homecharging aus finanzieller Sicht sinnvoller ist oder das Laden an einer Stromtankstelle. Das lässt sich jedoch nur sehr differenziert auflösen. Hiervon hängt schon der jeweilige Tarif des öffentlichen Ladepunktes ab. Ein völlig einheitliches Prinzip gibt es nicht – es kann nach Nutzungsdauer oder entnommenen Kilowattstunden abgerechnet werden. Zwar ist es am gängigsten, nach Minuten abzurechnen, doch auch hier spielt ein Faktor hinein: Nämlich, wie viel Energie das E-Auto in einer Minute aufzunehmen vermag.

Nicht zuletzt variieren deutschlandweit die Preise für den Haushaltsstrom ebenfalls, sodass es keine allgemeingültige Antwort geben kann. Letztlich hängt auch vieles von der jeweiligen Situation und den eigenen Bedürfnissen ab. Wer oftmals lange Strecken mit seinem E-Auto zurücklegt, kommt ohnehin nicht an der gelegentlichen Nutzung einer Stromtankstelle vorbei. Wer es primär zum Pendeln für den täglichen Arbeitsweg verwendet, wird es wohl überwiegend zuhause aufladen. Je nach Gegebenheiten vor Ort kann sowohl die Wallbox als auch das Schnarchladen über die Steckdose die besser geeignete Variante darstellen. Nicht zu vergessen ist der Hinweis, dass es auch zahlreiche Möglichkeiten zum kostenlosen Aufladen von E-Autos gibt. Das kann beispielsweise bei diversen Cafés, Restaurants, Hotels, Supermarktparkplätzen oder sogar bei manchem Arbeitgeber der Fall sein.

Zur abschließenden Übersicht haben wir für Sie noch einmal die beiden Varianten des Homechargings und der Nutzung von Ladepunkten gegenübergestellt:

Homecharging vs. Ladepunkte
Art des LadensVorteileNachteile
Stromtankstelle
  • zügiges Aufladen und sehr kurze Wartezeit
  • Ideallösung für Langstrecken
  • leicht aufzufinden, an Autobahnen oder mit Hilfe diverser Apps
  • sehr viele Schnellladevorgänge können u.U. die Lebensdauer der Batterie verkürzen
  • Aufladung nur zu 80 Prozent
Haushaltssteckdose
  • keine Anschaffungen nötig
  • Steckdose zumeist leicht zugänglich
  • überall verfügbar
  • gelegentliche Schnarchladungen sind für die Pflege des Akkus empfehlenswert
  • sehr lange Ladezeiten über mehrere Stunden bedeuten wenig Flexibilität
  • kann Belastung für internes Stromnetz darstellen
  • speziell bei älteren Gebäuden kann die Steckdose überhitzen
Wallbox
  • im Idealfall vom Hersteller subventioniert oder on top zum Fahrzeugkauf erhältlich
  • effiziente und deutlich schnellere Ladung als über Haushaltssteckdose
  • mehr Flexibilität
  • keine Belastung für internes Stromnetz
  • auch als gemeinsame Lösung nutzbar
  • i.d.R. zusätzliche Investition nötig
  • Starkstromanschluss muss verlegt werden
  • bei Mietverhältnissen wie Mehrfamilienhäusern müssen Vereinbarungen getroffen werden

6.  Alternativen zum Laden über Stecker

Um es den Nutzern von E-Autos künftig noch einfacher zu machen, aber auch um die Technologie im Allgemeinen komfortabler und damit attraktiver werden zu lassen, existieren verschiedene Konzepte als Alternativen zum Laden über den Stecker. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Zufuhr neuer Energie künftig auch ohne Wartezeiten an Stromtankstellen oder der heimischen Wallbox geschieht.

6.1 Induktives Laden von E-Autos

Eines der bereits am weitesten fortgeschrittenen Modelle ist das induktive Laden. Die ersten Vorläufer dieses Prinzips gehen bis auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Allerdings kam es bisweilen kaum für Fahrzeuge zum Einsatz. Deutlich bekannter ist das induktive Laden, wenn es um die Energiezufuhr von Mobiltelefonen, Smartwatches, Lampen oder elektrischen Zahnbürsten geht. Lange gab es die Befürchtungen, dass im Automobilbereich zu viele Nachteile einhergehen würden. Diese betrafen unter anderem möglichen Elektrosmog, einen zu schwachen Wirkungsgrad oder auch eventuelle Gefahren, die sich durch Fremdkörper oder Kleintiere ergeben können. Mittlerweile ist die Technologie aber so weit fortgeschritten, dass sich diese Bedenken aus der Welt schaffen lassen.

Induktives Laden von E-Autos bedeutet zunächst, dass der Wagen unmittelbar über einer Bodenplatte positioniert ist, in der sich eine Magnetspule befindet. Wenn das Fahrzeug über dieser Platte steht, schließt sich ein Stromkreis und es kann elektrische Energie zugeführt werden. Ein realistisches Prinzip für die Zukunft stellt dieses Modell in jedem Fall dar. Den Kritikpunkten ist erfolgreich begegnet worden. Über eine im E-Auto enthaltene Navigationshilfe gelingt es, dass das Fahrzeug exakt auf der vorgesehenen Platte parkt. Radarsensoren und Metalldetektoren sind dafür vorgesehen, binnen von Millisekunden Kleintiere oder Gefahrenteile wie etwa Metallstücke oder feuchtes Laub zu erkennen und die Energiezufuhr sofort zu unterbrechen.

Zudem haben unlängst Untersuchungen ergeben, dass keinerlei Gefahren für die Gesundheit durch vermeintlichen Elektrosmog entstehen können. Äußere Witterungseinflüsse wie Kälte, Schnee und Regen beeinträchtigen das induktive Laden ebenso nicht. Erste Hersteller wie Audi oder Mercedes bieten diese Methode für ihre Fahrzeuge an. Die entsprechende Induktionsplatte befindet sich in der Garage und das E-Auto braucht somit nicht mehr über ein Ladekabel mit neuem Strom versorgt zu werden.

Doch nicht nur im privaten Bereich ist induktives Laden ein relevantes Thema. Andere Hersteller – allen voran der Chiphersteller Qualcomm – arbeiten daran, diese Technologie auch im öffentlichen Bereich zu etablieren. So soll künftig die Möglichkeit bestehen, dem Fahrzeug etwa bei Einkäufen oder einem Restaurantbesuch auf diese Weise neue Energie zuzuführen. Das ist aber längst nicht die einzige Idee. Schon länger gibt es auch das Vorhaben, E-Autos unterwegs induktiv zu laden. Beim Halt an Ampeln oder auch bei Staus könnte eine Versorgung mit neuer Energie erfolgen.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist ein sogenanntes bidirektionales Ladesystem. Es besteht auf einem Austausch zwischen dem E-Auto und dem Stromnetz. Dieses Konzept ist als intelligente Vorrichtung zu verstehen. Unter dem Gesichtspunkt, dass in Zukunft der Anteil elektrischer Fahrzeuge stark zunimmt, steigt auch der Energiebedarf. In Spitzenzeiten, bei denen es einen großen Bedarf an Strom gibt, könnten die E-Autos zuvor regenerativ gewonnene Energie speichern und gegebenenfalls ins Netz abgeben.

6.2 Induktives Laden von E-Autos

Eine andere Alternative zur Energieversorgung von E-Autos sieht vor, den Akku auszutauschen und somit keinerlei Zeit durch einen Ladevorgang zu verlieren. Ein US-amerikanisches Startup hat diese Idee auf den Weg gebracht und möchte dabei das Gewicht der Batterien verringern. Das soll die Gesamtmasse des Fahrzeugs reduzieren und eine längere Reichweite ermöglichen. Dennoch wären zumindest nach dem aktuellen technischen Stand häufige Wechsel – etwa nach rund einhundert Kilometern – nötig. Das stellt nach dem Konzept aber auch kein Problem dar. Dafür bieten sich Tauschterminals an, die als eine Art Tankstelle zu verstehen sind. Der Besitzer eines E-Autos fährt dieses System an, um seinen entleerten Akku gegen einen vollgeladenen auswechseln zu lassen. Für den Vorgang werden zwei Terminals benötigt, die hintereinander angeordnet sind.

Zunächst platziert sich das Fahrzeug selbst an einer Hebevorrichtung, die den vorhandenen Akku entnimmt. Über Hilfsenergie bewegt sich das E-Auto dann an das zweite, dahinter liegende Terminal. Hier sorgt eine weitere Hebevorrichtung dafür, dass eine aufgeladene Batterie in den Wagen eingesetzt wird. Anschließend ist dieser zur Weiterfahrt bereit. Der entfernte Akku lädt in der Zwischenzeit und ist später für einen neuen Kunden vorgesehen. Bezeichnet wird dieses Konzept als „Autonomous Linear Exhchange“ – kurz ALE.
Der Vorgang des Akkuwechsels soll etwa mit der Wartezeit an einer Ampel zu vergleichen sein. Derzeit ist dieses Konzept noch nicht vollends ausgereift. Damit es wirklich in der Praxis zum Einsatz kommen kann, müssten alle E-Autos einheitliche Akkus nutzen, damit der Austausch derart simpel erfolgt. Das wiederum ist schwer vorstellbar, da ein Kleinwagen kaum mit einem identischen Akku unterwegs sein wird wie ein SUV. Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die zum Austausch bereitgestellten Batterien hinsichtlich ihrer Lebensdauer und ihrem Zustand voneinander unterscheiden.

6.3 Laden über speziellen Asphalt

Eine Abwandlung des induktiven Ladens über eine Bodenplatte sieht ein weiteres Modell vor. Hier braucht es keinen vorübergehenden Stopp, um neuen Strom zuzuführen. Stattdessen laden sich die elektrischen Fahrzeuge über einen speziellen Asphalt auf. Der Wagen benötigt einen Empfänger, der die kontaktlose Aufladung durch die entstehenden Magnetfelder realisiert. Es besteht die Möglichkeit, diesen bei jedem E-Auto nachzurüsten. Im Asphalt wiederum befinden sich Kupferleitungen.

Das Laden während des Fahrens hat natürlich nicht nur den Vorteil, dass zwischenzeitliche Stopps zum Tanken neuer Energie hinfällig sind. Vielmehr ergibt sich dadurch auch die Option, die verbauten Akkus leichter und kompakter anzufertigen – schließlich ist nicht mehr so viel Energie zum Speichern erforderlich. Nach Verlassen einer solchen Straße verfügt das E-Auto jedoch noch über genügend Kapazitäten, um weiterfahren zu können. Bei Bussen soll dies ebenfalls umsetzbar sein, wobei deren Reichweite abseits dieser Asphaltwege nur bei fünf Kilometern liegt.

Wer dieses Konzept für Science-Fiction hält, muss eines Besseren belehrt werden. Ein israelisches Startup arbeitet mit Hochdruck an dieser Zukunftsvision und hat bereits eine Teststraße gebaut. Dabei ließ sich feststellen, dass für einen Kilometer der Strecke etwa ein Tag benötigt wird. Es ist aber angedacht, diesen Umbau mit Hilfe von Maschinen noch effektiver zu realisieren.