Kalaschnikow CV-1: Elektroauto als fahrende Waffe für die Straße?

Kalaschnikow CV-1: Elektroauto als fahrende Waffe für die Straße?

Freitag, 24. August 2018

Was fällt jedem sofort ein, wenn er den Namen Kalaschnikow hört? Wie aus der Pistole geschossen, dürften Waffen bei jedem die erste Antwort sein. Für genau diese und insbesondere das Sturmgewehr AK-47 ist der russische Hersteller bekannt. In Zukunft soll ein weiterer Bereich hinzukommen, dessen Vorstellung noch etwas gewöhnungsbedürftig erscheint. Das Unternehmen möchte Elektroautos bauen. Ein erstes Modell hat es nun im Rahmen einer Armee-Messe präsentiert und schickt damit gleich einmal eine Kampfansage an die Branche.

Auf der „Armee 2018“ in der russischen Hauptstadt Moskau zeigt Kalaschnikow sein Konzeptfahrzeug, das auf die Bezeichnung CV-1 getauft ist. Hinter diesem etwas kryptisch anmutenden Namen steckt ein „elektrisches Superauto“, wie es das Unternehmen selbst definiert. Ein nicht ganz unbescheidener Einstieg in den Markt der E-Mobilität.

Kalaschnikow CV-1 Elektroauto_1
Fotos: Kalaschnikow (2)

Doch der Waffenhersteller geht noch einen Schritt weiter und erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Nowosti: „Mit dieser Technologie werden wir in den Reihen von globalen Elektroautoherstellern wie Tesla stehen und ihr Konkurrent sein“. Angesichts der Tatsache, dass das E-Auto mit einer Akkuladung eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern ermöglichen soll, vermag das noch etwas widersprüchlich zu erscheinen. Zum Vergleich: Teslas Model S bringt es je nach Ausführung auf rund 460 Kilometer und bis zu knapp 600 Kilometern. Allerdings tätigt Kalaschnikow abgesehen von der zu erwartenden Reichweite keine weiteren Aussagen, welche die Daten oder die Technologie des Elektroautos betreffen. Dementsprechend ist es schwer, die Ankündigungen des Herstellers einzuschätzen.

Offen bleibt vorerst ebenfalls, wann und zu welchem Preis der Stromer auf den Markt kommen wird. Optisch zeigt er sich in einem Retro-Look, der an eine fünftürige Limousine der 1970er-Jahre angelehnt ist. Damals produzierte den sogenannten Isch 2125 ebenfalls ein russischer Waffen- und Autobauer: Ischmasch gehört seit 2013 zum Kalaschnikow-Konzern, sodass sich an dieser Stelle ein Kreis schließt. Dieses Unternehmen fertigt auch Motorräder – aus diesem Grund ist auch ein elektrisch angetriebenes Zweirad in Planung. Das UM-1 kündigt Kalaschnikow mit einer Reichweite von maximal 150 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h an. Hierzu fehlen ebenfalls noch konkrete Angaben zum Marktstart und dem möglichen Preis.