Porsche sichert sich Anteile an kroatischem Hersteller für E-Sportwagen

Porsche sichert sich Anteile an kroatischem Hersteller für E-Sportwagen

Mittwoch, 20. Juni 2018

In der vergangenen Woche brachte sich Porsche mit dem Taycan, dem ersten rein elektrischen Fahrzeug der Marke, ins Gespräch. Jetzt sorgt der Stuttgarter Hersteller abermals im Zusammenhang mit Elektromobilität für Schlagzeilen. Das Unternehmen ist eine Partnerschaft mit Rimac Automobil eingegangen. Es stammt aus Kroatien und hat es insbesondere mit seinen extravaganten Supersportwagen zu internationaler Bekanntheit geschafft. Das ist jedoch längst nicht der einzige Kompetenzbereich des neuen Porsche-Partners.

Porsche übernimmt zehn Prozent der Firma Rimac Automobili – das haben die beiden Unternehmen in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Benannt ist die Marke nach ihrem Gründer, dem 30-jährigen Mate Rimac, der eine beispiellose Entwicklung vollzog: Nachdem er zunächst einen alten BMW E30 in der heimischen Garage zum Elektroauto umbaute, entstand aus diesem Projekt schließlich einer der aufsehenerregendsten Vertreter auf dem Markt der alternativen Antriebe. Erst im März präsentierte Rimac etwa sein Concept Two. Der E-Sportwagen kommt mit 1.914 PS daher und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 415 Stundenkilometern. Binnen einer halben Stunde lässt sich der Flitzer auf 80 Prozent laden.

Porsche CEO Oliver Blume und Rimac Gründer Rimac
Porsche-CEO Oliver Blume mit Rimac Automobili-Gründer Mate Rimac, Quelle: Rimac (2)

Zumindest ähnlich beeindruckend waren kürzlich auch die Angaben, die Porsche zum Taycan machte. Das E-Auto wird binnen 15 Minuten mit Energie für 400 Kilometer Reichweite versorgt. Von 0 auf 100 beschleunigt der Wagen unter 3,5 Sekunden. Die Stuttgarter sehen in Rimac ein enormes Potenzial, was Elektromobilität anbelangt. Aus diesem Grund ist eine Entwicklungspartnerschaft vorgesehen. Das kroatische Unternehmen setzt sich wiederum zum Ziel, Modul- und Systemlieferant für Automobilhersteller zu werden. Dabei will es speziell die Kategorien Fahrerassistenzsysteme, Konnektivität und Elektrifizierung bedienen.

Bereits jetzt ist Rimac als Zulieferer von Batteriesystemen für einige renommierte Marken aktiv. Zu den Abnehmern gehören unter anderem Aston Martin, Koenigsegg und Jaguar. Die 2013 ausgegründete Tochterfirma Greyp Bikes ist außerdem auf die Herstellung von elektrisch angetriebenen Zweirädern spezialisiert. In jedem Fall dürfte die neu entstandene Partnerschaft zwischen Porsche und Rimac in Zukunft noch für Gesprächsstoff sorgen und zur Weiterentwicklung der Elektromobilität beitragen.