Geschichte der Elektromobilität

Bei einem Blick auf den Ursprung der Geschichte in Elektromobilität, nimmt die USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art Vorreiterrolle ein. Zur damaligen Zeit war der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge beinahe doppelt so hoch als Vehicle mit Verbrennungsmotoren. Selbstverständlich lassen sich die heutigen Technologiestandards nicht mit den historischen vergleichen – die Mehrheit an E-Fahrzeugen kehrte sich mit der rasanten Weiterentwicklung der Verbrennungsmaschinen schnell um.

Was dieser Einstieg jedoch in erster Linie aufzeigen soll: Elektroautos sind keine Erfindung der Neuzeit oder Zukunftsmusik. Im Gegenteil: Schon 1821 entstanden die ersten Grundlagen, welche den Weg zur unlängst wiederentdeckten Elektromobilität ebneten. Wurden einst die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge von den Modellen mit Verbrennungsmotor abgelöst, so zeigt der zukünftige Trend eine Evolution zur Elektromobilität. Einen ausführlichen Überblick zur Geschichte der Elektromobilität bis in die Gegenwart findest du auf dieser Seite.

Die Geburtsstunde der Elektromobilität

Michael Faraday – mit diesem Namen ist die Elektromobilität ganz eng verknüpft. Vielen dürfte auch der sogenannte Faradaysche Käfig ein Begriff sein. Dieser verkörpert eine elektrische Abschirmung und nichts anderes ist auch das Auto, welches die Insassen vor Blitzschlägen schützt. Faraday war ein Naturforscher aus England, der mit seinen Arbeiten die Grundlagen für das elektrische Fahren schaffte. Das Jahr 1821 gilt als die Geburtsstunde der Elektromobilität, da Faraday zeigen konnte, wie mit der Hilfe von Elektromagnetismus eine dauerhafte Rotation entsteht.

Nach diesem Durchbruch entwickelten Pioniere der damaligen Zeit ab den 1830er-Jahren die ersten Elektromobile, welche zum Teil von Batterien und zum Teil von elektrischen Motoren angetrieben wurden. Der Schotte Robert Anderson tat sich dabei besonders hervor, indem er zunächst 1832 eine Art elektrischen Karren und sieben Jahre später ein Elektrofahrzeug vorstellte. Mit Robert Davidson war es ein weiterer Schotte, der ebenfalls ein erstes Gefährt mit elektrischem Antrieb auf einer Bahnstrecke losschickte. Ein ähnliches Konzept stammte aus Deutschland, indem 1840 Johann Philipp Wagner einen kleinen Wagen inklusive eines Anhängers fahren ließ.

Staatliche Förderung für Elektromobilität – auch das ist keine Erscheinung der Neuzeit: In den Vereinigten Staaten bezuschusste die Regierung beispielsweise die Experimente von Charles Grafton Page, auf dessen Idee eine elektrisch angetriebene Lokomotive zurückzuführen ist. 1851 kam es damit zu einer Probefahrt, bei der vorübergehend ein Tempo von 31 Stundenkilometern erreicht wurde. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Schritt folgte mit der Erfindung von aufladbaren Blei-Akkumulatoren 1859, die ein Jahr darauf bereits produziert wurden.

Bei diversen Ausstellungen zeigten Forscher der damaligen Zeit immer wieder neue Versuche und Innovationen. In diese Reihe gliederte sich auch der deutsche Erfinder Werner von Siemens ein. Bis 1881 dauerte es, als dann das erste, historisch anerkannte Elektromobil offiziell entstand. Als dessen Schöpfer gilt der Franzose Gustave Trouvé. Genau genommen handelte es sich bei seinem Gefährt um ein Fahrrad mit drei Rädern. Für die Energie sorgten Bleiakkumulatoren, die sein Landsmann Gaston Planté schon Jahre zuvor entwickelt hatte. Trouvés Elektromobil schaffte bereits eine Geschwindigkeit von 12 Stundenkilometern, wobei die Reichweite zwischen 14 und 26 Kilometern lag. Ebenfalls 1881 gab es dieses „Trouvé Tricycle“ dann auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris zu sehen.

Nur wenige Monate später folgte ein sehr ähnliches Gefährt – das Ayrton & Perry Electric Tricycle. Dessen Erfinder war das englische Forscher-Duo William Edward Ayrton und John Perry. Wie sich anhand der Bezeichnung erahnen lässt, ist auch dieses Modell ein Dreirad. Als Merkmale galten zwei große Räder an der Vorderachse sowie ein kleines, das als Hinterrad fungierte. Unter der Sitzbank befand sich ein Brett, auf welchem Akkus fixiert waren. Die Leistung, mit der das Fahrzeug aufwartete, zeigte sich bereits um einiges höher – der Motor trieb es mit einer halben Pferdestärke an. Das Ayrton & Perry Electric Tricycle erreichte mit einer Ladung bis zu 40 Kilometer, wobei bis zu 14 km/h möglich waren. Beleuchtung bot das Fahrzeug ebenfalls auf und es verfügte über einen vollständigen Elektroantrieb, nachdem Trouvés Mobil noch zusätzliche Pedalen besaß.

Es ließen sich nachfolgend zahlreiche weitere Vehicle aufzählen, was für diesen Zweck zu weit führt. In den ersten Jahren gab es immer wieder Innovationen und es herrschte eine Begeisterung für die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge. Zu diesen gehörten nicht mehr nur Dreiräder, sondern ebenso eine Kutsche, wie sie Charles Jeantaud 1881 konstruierte. Ein Kutschenwagen, einst Elektromote genannt, geht auf die Idee von Werner Siemens zurück und wird heute als Vorbote der heutigen Oberleitungsbusse angesehen. Wirkliche Elektroautos, nach der gültigen Definition, kamen ab 1888 auf.

Erste E-Autos rollen auf die Straßen

Die bis zu diesem Zeitpunkt entwickelten Mobile gelten noch nicht als Autos nach der offiziellen Definition. Als Auto gilt laut Definition eine Maschine mit mindestens vier Rädern, welches Personen transportieren kann. Die meisten bisherigen Erfindungen haben jedoch entweder nur drei Räder oder waren kleinere Transporthilfen, die keine Personen befördern konnten.

Die Entwicklung wirklicher E-Autos setzte mit dem sogenannten Flocken Elektrowagen ein. Benannt ist dieser nach der Coburger Maschinenfabrik A. Flocken, die ihn hervorbrachte. Wenngleich das ursprüngliche Modell heute nicht mehr im Original existiert, so ist doch zumindest eine Rekonstruktion dieses ersten tatsächlichen Elektroautos auch in der Gegenwart zu bestaunen. Optisch ähnelt dieses sehr stark einer Kutsche, was unter anderem an der Kabine liegt, die eine entsprechende Form aufweist.

Neben dieser Coburger Fabrik tat sich auch der US-Amerikaner William Morrison als akribischer Entwickler hervor. Von 1887 beginnend an, soll er in den darauffolgenden neun Jahren bis zu zwölf Fahrzeuge gebaut haben – heute gibt es jedoch nur Belege für zwei. An eine Kutsche erinnerten auch seine Modelle, die teils mit bis zu 24 Batterien ausgestattet waren. In den USA sahen viele Erfinder um die damalige Zeit ein großes Potenzial in den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen und gingen davon aus, dass es schon bald einen umfassenden Markt mit einer wachsendenden Nachfrage geben würde. Passend dazu fanden Wettbewerbe statt, bei denen elektrisch angetriebene Automobile gegeneinander ins Rennen geschickt wurden. Ein Beispiel dafür ist der Chicago Times-Herald Contest.

Umstritten ist, ob das erste Elektroauto wirklich 1888 zur Jungfernfahrt aufbrach, oder es vielleicht doch schon Entwicklungen gab, die früher entstanden. Eine These lautet, dass der Ingenieur Thomas Parker bereits 1884 ein derartiges Modell zeigen konnte. Das bleibt allerdings eine Spekulation, da es schlichtweg an Belegen mangelt. Heute existiert lediglich eine historische Aufnahme von 1895, die Parker mit seinem Elektroauto vor seinem eigenen Haus zeigt. Da frühere Dokumente nicht vorliegen, gilt somit der Flocken Elektrowagen aus dem Jahr 1888 als der Erste seiner Art.

In jedem Fall war die Entwicklung um die Jahrhundertwende noch längst nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt – im Gegenteil. Erst jetzt nahm diese Technologie im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf. Unternehmen gründeten sich und fertigten Elektroautos an. Eine Pionierrolle kam hier dem Franzosen Louis Antoine Kriéger zu, der in der Nähe von Paris eine Fabrik ins Leben rief. Die ersten Produkte dürfen als Hybride verstanden werden, da sie eine elektrische Unterstützung für Pferdekutschen boten, bevor dann 1898 die ersten vollständig elektrischen Gefährte die Produktionshallen von Kriéger verließen.

Eine Technologie kommt langsam in Fahrt – die erste Hochphase der E-Autos

Wie weit die Elektromobilität bereits in der Historie fortgeschritten war, lässt sich anhand von Zahlen nachvollziehen. Tatsächlich fuhren um 1900 in den Vereinigten Staaten etwa 34.000 elektrisch betriebene Wagen durchs Land. Dazu zeichneten sie sich mit beeindruckenden Reichweiten von einhundert Kilometern und teils mehr aus. Schon 1897 war in Berlin der sogenannte Mitteleuropäische Motorwagen-Verein zusammengekommen. Bei der Versammlung fand ein Austausch statt, wie sich denn in Zukunft die Mobilität entwickeln würde.

Zu konstatieren gab es drei Möglichkeiten zur Fortbewegung, die auch allesamt heute noch bekannt sind. Fahrzeuge, die mit Dampf betrieben wurden, Modelle mit Ölmotoren und letztlich die mit elektrischer Energie in Gang gebrachten Mobile. Die Prognose der damaligen Vereinsmitglieder sollte sich bewahrheiten: Während sie die durch Dampf bewegten Fahrzeugen in erster Linie auf Schienen sahen, gehörten die Straßen ihrer Einschätzung nach den mit Öl und Elektrizität betriebenen Varianten.

Immer mehr Unternehmen entdeckten das Potenzial der Elektromobilität. Historischen Dokumenten zu urteilen, konnten in der Phase zwischen 1896 und dem Kriegsbeginn 1939 auf der Welt verteilt 565 Hersteller von elektrischen Fahrzeugen erfasst werden. In Deutschland gehörten Marken wie Siemens, Hercules, die Fahrzeugfabrik Eisenach oder Kühlstein zu einigen der wichtigsten Namen. In den USA regte sich der Markt ebenfalls. Eines der absoluten Schwergewichte war dabei Ford und sicherte sich den Status, der produktivste Hersteller von allen zu sein. Mit insgesamt über 78.000 Modellen konstruierte das Unternehmen mehr Elektroautos wie die übrigen Marken zusammen. Wichtige Länder, die ebenfalls einen besonders großen Erfindergeist in der Elektromobilität zeigten, waren Österreich und Italien.

Ein weiterer Beleg dafür, wie weit sich die Elektromobilität vor über einem Jahrhundert bereits entwickelt hatte, sind die registrierten Geschwindigkeitsrekorde. Die meisten gab es 1899 zu sehen, in denen eine neue Bestmarke von der nächsten innerhalb kürzester Zeit abgelöst wurde. Letztlich blieb diese bei einem Wert von 105,88 Stundenkilometern festgemeißelt. Der Belgier Camille Jenatzy ist der erste Mensch, der sich mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h fortbewegte und sich damit seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern sicherte.

Vorläufig ausgebremst: Ablösung der E-Autos

Angesichts dieser zunehmenden Erfolge der Elektromobilität sollte eigentlich anzunehmen sein, dass sich diese Technologie zur damaligen Zeit weiter etabliert und verbreitet. Doch der Aufschwung schwächte wieder ab und das bereits ab 1910. Die Gründe dafür lassen sich leicht erklären: Die Benzinmotoren feierten stattdessen Einzug und punkteten mit entsprechenden Vorteilen. Sie verfügten über einen Anlasser, der das Starten deutlich einfacher gestaltete, während für die Elektrofahrzeuge stets ein Ankurbeln nötig war.

Doch nicht nur das war ausschlaggebend, sondern vor allem die Reichweite. Die Autos mit Verbrennungsmotor schafften deutlich längere Strecken, wobei die elektrisch angetriebenen Pkws häufiger geladen werden mussten. Darüber hinaus galten ihre Akkus nach der allgemeinen Auffassung als hochsensibel. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass Öl zu dieser Zeit besonders erschwinglich war. All diese Faktoren führten letztlich dazu, dass die einst so populären Elektroautos allmählich weniger wurden. Die Verbrennungsmotoren hatten sie spätestens in den 1920er-Jahren abgelöst. Berichten zufolge existierten noch in manchen touristisch attraktiven Regionen Elektrofahrzeuge, wobei exemplarisch Zermatt in der Schweiz zu nennen ist. Wirklich relevant waren jedoch nur die benzinbetriebenen Autos – und dieser Status quo sollte sich über viele Jahrzehnte so halten.

Vom zwischenzeitlichen Nischenprodukt zur Wiederentdeckung

Verbrennungsmotoren dominierte den Automobilmarkt, während Elektroautos beinahe komplett von der Bildfläche verschwanden. Zwar blieb die Technologie nicht komplett außen vor, sie hatte jedoch für die allgemeine Öffentlichkeit nahezu keine Bedeutung. Nachdem sich zunächst der US-Automobilhersteller Ford, als echtes Schwergewicht der Branche, den elektrisch angetriebenen Fahrzeugen abwandte, produzierte dieser ab 1913 vermehrt Verbrennungsmotoren. Diese strategische Neuausrichtung eines relevanten Marktführers war eine Initialzündung für andere Hersteller, die dem Trend zu folgen begannen.

Was heute wohl den wenigsten Menschen bekannt sein dürfte, sind die Einsatzgebiete der elektrisch betriebenen Fahrzeuge in den folgenden Jahren. In den Vereinigten Staaten, aber auch und vor allem in Großbritannien hatten elektrische Lieferwagen nach wie vor eine Nische besetzt. Die sogenannten Milk floats waren elektrisch angetriebene Fahrzeuge, mit denen Milchflaschen zugestellt wurden. Darauf ist auch deren Bezeichnung zurückzuführen. Für diesen konkreten Bedarf gab es auch einige Hersteller, sodass auf der Insel mehrere zehntausend dieser Lieferwagen zum Einsatz kamen.

Ein weiterer Bereich in dem elektrische Antriebe bedeutsam blieben, war öffentliche Nahverkehr. Der Grund ist ganz einfach wie logisch – der Nahverkehr fuhr feste, gleichbleibende Routen. Man erfand schließlich die Oberleitungen als Energiequelle für die Fahrzeuge. Demnach konnte auf die sensiblen, klobigen und schweren Akkumulatoren in den Fahrzeugen verzichtet werden. So entstanden Elektro-Loks, Oberleitungsbusse sowie die allseits bekannten Straßenbahnen.

Aus heutiger Sicht zeigte sich die Deutsche Demokratische Republik (DDR; 1949 bis 1989) fortschrittlich, was die Postzustellung mit Fahrzeugen betraf. Ab 1953 fanden sich vereinzelt Elektromobile auf den Straßen Berlins wieder. Allerdings wurden sie nicht speziell für diesen Zweck hergestellt, sondern besaßen ihren Ursprung in den 1920er-Jahren. Nach einem entsprechenden Umbau und aktualisierter Technik eigneten sie sich zum Zustellen von Paketen sowie zur Entleerung von Briefkästen. Darüber hinaus fanden sich in einigen europäischen Ländern innovative Unternehmer, die an Projekten mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen arbeiteten – so beispielsweise in den Niederlanden, Großbritannien oder auch Dänemark. Ein echter Durchbruch gelang aber nirgends – zumeist scheiterten die Versuche noch mit dem Prototyp oder schlichtweg aufgrund von ausbleibender Resonanz.

Zu einem wirklichen Umdenken kam es erst in den 1990er-Jahren. Als ein entscheidender Punkt ist die Ölkrise in Folge des Golfkrieges zu nennen. Im Allgemeinen stieg auch das Umweltbewusstsein, was wiederum den Blick zu alternativen Antrieben in der Mobilität schärfte. Einen nicht unerheblichen Anstoß lieferte außerdem ein von der California Air Resources Board (CARB) entwickeltes Gesetz. Die Regierungskommission des US-Bundesstaates Kalifornien verabschiedete diese Regelung mit der Absicht, die Automobilindustrie zu neuen Innovationen zu bewegen und allmählich auf emissionsfreie Fahrzeuge umzuschwenken.

Daraus resultierten in der Konsequenz tatsächlich bereits zu Beginn der 1990er-Jahre neue Modelle, von denen unter anderem das Konzeptfahrzeug Horlacher Sport I in Erscheinung trat. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 55 km/h schaffte es der Wagen auf knapp 550 Kilometer mit einer Aufladung – die Ausstattung war hingegen eher spartanisch gehalten.

Der Eifer vieler Hersteller schwächte wieder ab, als die Gesetzgebung der CARB-Behörde eine Lockerung erfuhr. Viele Fabrikate wurden indessen wieder vom Markt genommen. Möglich war dies, da sie die Autos den Abnehmern lediglich mit einem Leasingvertrag anboten. Anstatt an der Entwicklung festzuhalten, lautete vielerorts die Antwort der Unternehmen, dass die Nachfrage zu gering oder die Ersatzteilversorgung nur schwer zu gewährleisten sei. Dementsprechend verweigerten die Hersteller oftmals eine Verlängerung der Leasing-Verträge und verschrotteten die Elektrofahrzeuge wieder. Teils schafften es damals schon einige wenige Bürgerinitiativen die sinnlose Verschrottung zu verhindern.

Ein bekanntes Modell aus den frühen 1990er-Jahren ist der Golf CitySTROMer aus dem Hause Volkswagen (VW). Hierbei handelte es sich um eine elektrisch angetriebene Variante des herkömmlichen VW Golf. Dem Massenmarkt blieb dieses Auto jedoch verwehrt, da es der Wolfsburger Konzern nur an renommierte Energieversorger auslieferte. Ausgereift war der CitySTROMer ebenfalls nicht, da er einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch hatte, was sich unter anderem auf das Gewicht zurückführen lässt.

Ein Beispiel für besonders innovative Arbeit ist der Hotzenblitz, der in den Jahren von 1993 bis 1996 in einer geringen Stückzahl hergestellt wurde. Die Produktion des Kleinstwagens für zwei Personen erfolgte im thüringischen Suhl. Für den damaligen Zeitraum sicherte es sich den Status als das konsequenteste Elektroauto Deutschlands.

In der Folge kam es zu einem erneuten Aufblühen der Elektromobilität, teils vorangetrieben durch junge Unternehmensgründungen, teils durch renommierte Hersteller wie Toyota, General Motors, Nissan, Honda oder Mercedes. Einige der bekanntesten Fahrzeuge, welche ab Mitte der 1990er-Jahre hervorgingen sind:

  • RAV4 EV von Toyota
  • EV1 von General Motors
  • EV Plus von Honda
  • Hypermini von Nissan
  • Prius von Toyota
  • A-Class electric von Mercedes (in Deutschland nicht in Erscheinung getreten)
  • Saxo, Berlingo, 106 von PSA Peugeot Citroen (v.a. für England, BeNeLux-Staaten und Frankreich produziert)

All diese Modelle dürfen als Vorboten einer herannahenden, neuen Generation verstanden werden. Die neue Epoche läutete im Jahr 2006 der Tesla Roadster ein.

Projekt der Gegenwart, Hoffnung der Zukunft

Bevor der Tesla Roadster 2006 vorgestellt wurde, zeigten weiterhin auch Start Ups oder kleinere Firmen ihr Engagement und setzten auf Elektromobilität. Teilweise kam es zum Umbau von Serienfahrzeugen, von denen der Citysax als elektrisch angetriebene Alternative des Chevrolet Matiz exemplarisch zu nennen ist. Ebenso in diese Kategorie fällt der Stromos als Abwandlung des Suzuki Splash / Opel Agila B.

Der Tesla Roadster sicherte sich letztlich den Status, das erste serienmäßig gefertigte Elektroauto der Welt zu sein, das sich auch für den Einsatz auf Autobahnen empfiehlt. Dafür sprechen sowohl die Fahrleistung als auch die Reichweite von rund 350 Kilometern. Die darauffolgenden Fahrzeuge weiterer Hersteller zeigen den massiven Vorwärtsdrang in der Elektromobilität. Zu den wichtigsten Meilensteinen gehören die folgenden Pkw:

Elektroautos
Chevrolet Volt (2007)
  • Plug-in-Hybrid
  • seit Dezember 2010 auf dem US-Markt erhältlich (baugleich zu Holden Volt / Opel Ampera / Vauxhall Ampera)
Mitsubishi i-MiEV (2009)
  • erstes Elektroauto, das in Großserie gefertigt wurde
  • seit 2014 auch in Deutschland verfügbar
Nissan Leaf (2010)
  • gilt als das bis zum jetzigen Zeitpunkt am häufigsten verkaufte Elektroauto weltweit
Cobus 2500e (2011)
  • Omnibus der Wiesbadener Firma Contrac Cobus Industries
  • fährt mit reinem Elektroantrieb
Große Renault-Offensive (Ende 2011, Anfang 2012)
  • Serienproduktion der Modelle Fluence Z.E., Kangoo Z.E., Twizy angekündigt
  • seit 2013 wird zudem der ZOE hergestellt

 

Anschließend gab es 2013 einen Anlass zum Feiern: Das Jubiläum 125 Jahre Elektromobilität in Deutschland wurde begangen, zu dem zahlreiche Ausstellungen eröffneten und Veranstaltungen stattfanden. Bei diesen wurde unter anderem an Andreas Flocken aus Coburg erinnert, der mit seinem Flocken Elektrowagen einen der Grundsteine für die heutige alternative Antriebstechnologie legte. Passenderweise schickten im Jubiläumsjahr deutsche Hersteller wichtige Modelle ins Rennen. Dazu gehört der BMW i3 gleichermaßen wie der VW e-up. Internationale Marken ließen ebenfalls aufhorchen: So etwa Ford mit seinem Focus Electric oder Kia mit dem Soul EV. Ein weiteres Jahr später und damit seit 2014 ist außerdem der VW e-Golf erhältlich. Mercedes zog indes mit seiner B-Klasse nach.

Untrennbar mit Elektromobilität verbunden ist der Name Tesla. Das US-Unternehmen fertigte mit dem Model S das im Jahr 2015 am meisten verkaufte Auto der Oberklasse in Westeuropa. Knapp 15.800 Mal wurde es in dem Jahr ausgeliefert. Schon ein Jahr zuvor sicherte sich das Model S die Auszeichnung, die meist verkaufte Luxuslimousine in den Vereinigten Staaten zu sein. Stück für Stück zog diese Entwicklung auch die Aufmerksamkeit der Konkurrenz auf sich.

China erwies sich schon 2016 als einer der Antreiber der Elektromobilität. Mit mehr als einer halben Million verkaufter Fahrzeuge stiegen die Zahlen im Vergleich zu 2015 um mehr als die Hälfte an. Darüber hinaus ist das Reich der Mitte auch aus staatlicher Sicht stark an einem Ausbau dieser Technologie interessiert. Seit 2018 soll jeder Hersteller vorweisen, dass der Anteil seiner elektrisch betriebenen Fahrzeuge mindestens acht Prozent beträgt. Gelingt es nicht, diesen Wert einzuhalten, müssen die Unternehmen anderen mit einer höheren Quote Credits abkaufen – alternativ kommt nur eine Drosselung der Produktion in Frage. Für die kommenden Jahre plant China eine schrittweise Erhöhung dieser Quote.

Staatliche Regelungen im Hinblick auf die Elektromobilität gibt es jedoch auch in Deutschland und der Europäischen Union. Hierzulande ist vorgesehen, ab 2030 keine Fahrzeuge mehr mit einem Verbrennungsmotor zuzulassen. Seit Herbst 2016 findet außerdem ein weitreichender Ausbau von Schnellladesäulen in Europa statt. Diese umgangssprachlich auch als Stromtankstellen bezeichneten Ladesäulen ermöglichen Aufladungen binnen weniger Minuten für eine Reichweite von rund 300 Kilometern.

Pläne für die Stärkung von Elektromobilität gibt es nahezu in allen Ländern zu beobachten. Norwegen zeigt sich dabei schon länger als besonders innovativ und hatte bereits 2016 einen Anteil von knapp 30 Prozent an E-Autos zu konstatieren. Im Folgejahr 2017 kam es schon zu mehr Zulassungen elektrisch angetriebener Fahrzeuge als von Modellen mit Verbrennungsmotor. Frankreich, Großbritannien oder auch die Niederlande haben konkrete Pläne für die Stärkung von E-Autos und den Abbau von PKW mit Verbrennungsmotoren.